Verbundprojekt

WdmF

Wandlungsfähigkeit durch modulare Fabrikstrukturen

Kurzfassung:

Ziel des Projektes war, Fabriken durch eine modulare Struktur wandlungsfähig zu gestalten. Dies erfolgte in drei Teilen: der Identifizierung von Wandlungsauslösern und -treibern, der Definition von Fabrikmodulen und der Gestaltung modularer Fabriken in drei Pilotvorhaben. Durch den modularen Charakter können nun erforderliche Wandlungen durch einfaches Austauschen, Anpassen oder Hinzufügen einzelner oder mehrerer Module durchgeführt werden. Der modulare Ansatz beinhaltet verschiedene Detaillierungsstufen, von der modular aufgebauten Produktionsstruktur bis hin zur modularen Fabrikstruktur.

Projektdauer: 01.08.01 - 31.07.04

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christel Schwab
Tel.: +49 721 608-25288
E-Mail: christel.schwab@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung:
Die Steigerung der Wandlungsfähigkeit ist das zentrale Thema in der heutigen Zeit turbulenter Veränderungen und steigenden Wettbewerbsdrucks. Die schnelle Reaktion auf unsichere Rahmenbedingungen, wie z.B. häufige Produktänderungen oder schwankende Auftragseingänge ist für deutsche Unternehmen Voraussetzung für die Sicherung und den Ausbau der eigenen Stellung am internationalen Markt.
Projektziele:
Ziel des Projektes war die Erarbeitung eines umfassenden Methodenwerkes für den betrieblichen Praktiker, das sowohl die Planung als auch die Anpassung wandlungsfähiger Fabriken unterstützt. Damit wurden nicht nur die Voraussetzungen für die Steigerung der Wandlungsfähigkeit geschaffen, sondern auch die zielgerichtete Nutzung dieses Potenzials sichergestellt.
Vorgehensweise:
Zentrale Säule der Wandlungsfähigkeit ist die Modularisierung, die sich bereits in anderen Anwendungsbereichen vielfach bewährt hat. In WdmF wird die gesamte Fabrik auf mehreren Ebenen modular strukturiert. Erste Anwendungen im Projektverlauf haben bereits gezeigt, dass durch diese Komplexitätsreduktion der Fabrik die Planung erheblich vereinfacht und beschleunigt wird.
Neben der modularen Struktur zeichnet sich der WdmF-Ansatz durch die Integration aller Gestaltungsfelder aus. Bei der Planung werden von den Betriebsmitteln über die Gebäudeelemente bis hin zur Organisation und dem Faktor "Mensch" alle relevanten Aspekte einbezogen.
Zur Überwachung und schnellen Anpassung der Fabrik wurde ein Regelkreis entwickelt, der eine zielgerichtete, schnelle und aufwandsarme Anpassung der Fabrik oder auch nur einzelner Bereiche ermöglicht. Hierzu wurden Indikatoren für eine Wandlung, so genannte Wandlungstreiber, kontinuierlich beobachtet und ausgewertet. Mit Hilfe dieses Regelkreisansatzes kann die Nutzung von Wandlungsfähigkeit erstmalig sichergestellt werden.
Drei Pilotanwender haben die Ergebnisse des Projektes in ihren Unternehmen umgesetzt. So wurden z.B. Montagestrukturen auf Bereichs-, Gruppen- und Einzelplatzebene konsequent modularisiert und systematisch entwickelte Instrumente zur Überwachung des Wandlungsbedarfes installiert.
Ergebnisse und Anwendungspotenzial:
Im Projekt WdmF ist es gelungen, Wandlungsfähigkeit konsequent zu systematisieren, zu operationalisieren und geeignete Planungsabläufe für wandlungsfähige, modulare Fabriken zur Verfügung zu stellen. Die erarbeiteten und in Form eines Planungsleitfadens zusammengestellten Methoden und Checklisten sind zum einen dazu geeignet, direkt als Werkzeuge in Planungsvorhaben angewendet zu werden. Zum anderen lassen sie sich zur Qualifizierung von Fabrikplanern nutzen, um diese mit verschiedenen Aspekten der Wandlungsfähigkeit vertraut zu machen. Auf diesem Weg fließen die Ergebnisse ebenfalls in die Fabrikplanungsgremien der Unternehmen ein.
Die umfassende Betrachtung der Planung und Überwachung wandlungsfähiger Fabriken und all ihrer Bestandteile ist in dieser Form bisher einzigartig. Wie sich in den bisherigen Anwendungsfällen bereits deutlich bestätigt hat, eröffnet sie dem Planer tatsächlich neue Möglichkeiten zur Steigerung der Wandlungsfähigkeit. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass das große Potenzial, das die schnelle und aufwandsarme Anpassungsfähigkeit bietet, zur Eröffnung neuer Marktchancen genutzt werden kann.
Aufgrund der im Rahmen der bisherigen Anwendungen gemachten positiven Erfahrungen, werden die Unternehmen die Modularisierung ihrer Strukturen und das gezielte Überwachen des Wan
dlungsbedarfes auch zukünftig weiter forcieren.
In dem vom Konsortium schon während der Projektlaufzeit gegründeten und allen Interessenten offen stehenden Industriearbeitskreis werden auch die zukünftig gesammelten Erfahrungen sowie gewonnene Erkenntnisse mit Fabrikplanungsexperten erörtert.

Publikationen

Regelkreisbasierte Wandlungsprozesse der modularen Fabrik

Autor: Nofen, D.

Verlag: Eigenverlag: Berichte aus dem IFA, Universität Hannover

Erscheinungsjahr: 2006

ISBN: 3-939026-20-4

Beschreibung: Das Buch befasst sich mit der Theorie und exemplarischen Anwendung von regelkreisbasierten Wandlungsprozessen in der modularen Fabrik. Die Grundlage dieser Dissertationsarbeit bilden konstruktive Fachgespräche und intensive Diskussionen, die im Rahmen des Projektes "Wandlungsfähigkeit durch modulare Fabrikstrukturen" geführt wurden.

Wandlungsfähigkeit durch modulare Fabrikstrukturen

Autor: Nofen, D.; Klußmann, J. H.; Löllmann, F.

Verlag: Eigenverlag, IPH gGmbH, Hannover

Erscheinungsjahr: 2004

ISBN: 3-00-014123-5

Beschreibung: Die Broschüre ist als Tagungsband zur Abschlußpräsentation des Verbundprojektes "Wandlungsfähigkeit durch modulare Fabrikstrukturen" am 7. Juli 2004 in Hannover erschienen. Sie enthält die Forschungsarbeiten aller am Projekt beteiligten Partner, sowie eine Zusammenfassung über die Zukunft wandlungsfähiger Fabriken.

Planung modularer Fabriken

Autor: Wiendahl, H.-P.; Nofen, D.; Klußmann, J.; Breitenbach, F.

Verlag: Hanser Verlag

Erscheinungsjahr: 2005

ISBN: 3-446-40045-1

Beschreibung: Die konsequente Ausnutzung des Wandlungspotentials führt dazu, dass die Fabrik kontinuierlich an veränderte Anforderungen angepaßt wird. Die Gefahr von Fehlplanungen geht auf ein Minimum zurück. Der unsichere Faktor "Zukunft" wird kalkulierbar, indem auf trubulente Entwicklungen schnell und angemessen reagiert werden kann.

Ansprechpartner