Standortsicherung durch Wandlungsfähige Produktionssysteme

Bekanntmachung vom 30.03.2009

Die Wirtschaftskrise 2008/ 2009 hat gezeigt: Das produzierende Gewerbe ist nach wie vor Taktgeber der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Notwendige Voraussetzung hierzu ist eine schnelle Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen. Für die Unternehmen bedeutet dies permanente Produktinnovationen, eine kaum mehr beherrschbare Variantenvielfalt, unvorhersehbare Kundenanforderungen, verkürzte Produktlebenszyklen und enorm schwankende Absatzzahlen. Ein Produktionssystem auf alle potenziellen Änderungen vorzubereiten ist schon aus wirtschaftlicher Sicht nicht realisierbar. Hier setzt der Leitgedanke der Wandlungsfähigkeit von Produktionssystemen ein: Sie wird als Fähigkeit verstanden, eine schnelle Anpassung von Organisation und Technik jenseits vorgehaltener Bandbreiten bei einem gleichzeitig geringen Investitionsaufwand zu ermöglichen.

Zu diesem Themenfeld wurde am 30. März 2009 der Ideenwettbewerb "Standortsicherung durch wandlungsfähige Produktionssysteme" [PDF, 99 kB] durchgeführt. Aus diesem Wettbewerb gingen zwölf Verbundprojekte hervor und haben bis Herbst 2013 verschiedene Lösungen zu wandlungsfähigen Produktionssystemen erarbeitet.

• Fünf Verbundprojekte entwickelten Lösungen für wandlungsfähige Produktionstechnik.
• Vier Verbundprojekte untersuchten und optimierten wandlungsfähige Prozesse im Unternehmen.
• Drei Verbundprojekte befassten sich mit der Optimierung überbetrieblicher Wertschöpfungsketten.
 

Produktionstechnik

Das Verbundprojekt ISI-WALK entwickelte neue Methoden und Technologien zur effizienten Gestaltung und zum wirtschaftlichen Betrieb von wandlungsfähigen Lieferketten. Dies wurde am Beispiel von Ein- und Auslagerungsprozessen eines Gabelstaplers umgesetzt. Im Verbundprojekt ProAktiW wurde ein wandlungsfähiges Produktionssystem in Unternehmen des Stahlbaus durch integrierte Betrachtung von Technologie, Organisation und Information geschaffen. Zwei Verbundprojekte fokussierten sich auf die Montage: Das Projekt RePlaMo entwickelte rekonfigurierbare Plattformkonzepte für automatisierte Montageanlagen, während das Verbundprojekt PLAWAMO sich mit der Gestaltung wandlungsfähiger manueller und hybrider Montagesysteme beschäftigte. Im Verbundprojekt Formäleon wurden durch den Einsatz der Servotechnologie Umformprozesse wandlungsfähig gestaltet.
 

Prozessmanagement

Im Forschungsprojekt WPSlive wurde, durch eine durchgängige Synchronisation der Auftragsabwicklung im Sinne einer Taktung, die Wandlungsfähigkeit der Serienproduktion in Großbetrieben sichergestellt. Das Verbundprojekt WaProTek entwickelte wandlungsfähige Prozessarchitekturen für Ausrüster- und Anwenderfirmen. Modulare Produktionssysteme - im Projekt WamoPro entwickelt - befähigten die Unternehmen zu mehr Wandlungsfähigkeit. Das Forschungsprojekt WinD will erzielte durch eine Standardisierung von Datenstrukturen und Datenschnittstellen mehr Wandlungsfähigkeit bei Unternehmen des Maschinenbaus.
 

Wertschöpfungskette

Das Verbundprojekt VERTUMNUS befasste sich mit der Früherkennung, Messung und Bewertung von Wandlungstreibern sowie deren proaktiver Adaption in einem industriellen Wertschöpfungsnetz. Im Forschungsprojekt POWernet wurden mehrere methodische, softwareunterstützte Lösungskombinationen erarbeitet, mit der unvorhersehbare Einflussfaktoren im globalen Wertschöpfungsnetzwerk beherrscht werden können. Im Forschungsprojekt DyWaMed wurde ein umfassendes Instrumentarium entwickelt, mit dem Unternehmen der Medizintechnik die derzeitige Ausprägung ihrer Wandlungsfähigkeit ihres Netzwerks fundiert bestimmen können.

 

Stand: Dezember 2013   

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

Ansprechpartner

Sekretariat Karlsruhe

Sekretariat Außenstelle Dresden