Wandlungsfähige Produktionssysteme
Das produzierende Gewerbe ist nach wie vor Taktgeber der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Notwendige Voraussetzung hierzu ist eine schnelle Anpassung an sich ändernde Marktbedingungen. Für die Unternehmen bedeutet dies permanente Produktinnovationen, eine kaum mehr beherrschbare Variantenvielfalt, unvorhergesehene Kundenanforderungen, verkürzte Produktlebenszyklen und enorm schwankende Absatzzahlen. Ein Produktionssystem auf alle möglichen Änderungen vorzubereiten ist schon aus wirtschaftlicher Sicht nicht realisierbar. Hier setzt der Leitgedanke der Wandlungsfähigkeit von Produktionssystemen ein: Sie wird als Fähigkeit verstanden, eine schnelle Anpassung von Organisation und Technik jenseits vorgehaltener Bandbreiten bei einem gleichzeitig geringen Investitionsaufwand zu ermöglichen.
Zu diesem Themenfeld wurde am
30. März 2009 ein Ideenwettbewerb durchgeführt. In zwölf Verbundprojekten werden verschiedene Lösungen zu wandlungsfähigen Produktionssystemen erarbeitet, die produzierenden Unternehmen helfen sollen, ihr Unternehmen rasch an sich wandelnde Umfeldbedingungen anzupassen.
• Fünf Verbundprojekte entwickeln Lösungen für wandlungsfähige Produktionstechnik.
• Vier Verbundprojekte untersuchen und optimieren wandlungsfähige Prozesse im Unternehmen.
• Drei Verbundprojekte befassen sich mit der Optimierung überbetrieblicher Wertschöpfungsketten.
Produktionstechnik:
Das Verbundprojekt
ISI-WALK entwickelt neue Methoden und Technologien zur effizienten Gestaltung und zum wirtschaftlichen Betrieb von wandlungsfähigen Lieferketten. Dies wird am Beispiel von Ein- und Auslagerungsprozessen eines Gabelstaplers umgesetzt. Im Verbundprojekt
ProAktiW soll ein wandlungsfähiges Produktionssystem in Unternehmen des Stahlbaus durch integrierte Betrachtung von Technologie, Organisation und Information geschaffen werden. Zwei Verbundprojekte fokussieren auf die Montage: Das Projekt
RePlaMo entwickelt rekonfigurierbare Plattformkonzepte für automatisierte Montageanlagen, während das Verbundprojekt
PLAWAMO sich mit der Gestaltung wandlungsfähiger manueller und hybrider Montagesysteme beschäftigt. Im Verbundprojekt
Formäleon soll durch den Einsatz der Servotechnologie Umformprozesse wandlungsfähig gestaltet werden.
Prozessmanagement:
Im Forschungsprojekt
WPSlive soll, durch eine durchgängige Synchronisation der Auftragsabwicklung im Sinne einer Taktung, die Wandlungsfähigkeit der Serienproduktion in Großbetrieben sichergestellt werden.Das Verbundprojekt
WaProTek entwickelt wandlungsfähige Prozessarchitekturen für Ausrüster- und Anwenderfirmen. Modulare Produktionssysteme sollen im Projekt
WamoPro entwickelt werden, die Unternehmen zu mehr Wandlungsfähigkeit befähigen. Das Forschungsprojekt
Win-D will durch eine Standardisierung von Datenstrukturen und Datenschnittstellen mehr Wandlungsfähigkeit bei Unternehmen des Maschinenbaus erzielen.
Wertschöpfungskette:
Das Verbundprojekt
VERTUMNUS befasst sich mit der Früherkennung, Messung und Bewertung von Wandlungstreibern sowie deren proaktiver Adaption in einem industriellen Wertschöpfungsnetz. Im Forschungsprojekt
POWer.net wird eine methodische, softwareunterstützte Lösungskombination erarbeitet, mit der unvorhersehbaren Einflussfaktoren im globalen Wertschöpfungsnetzwerk beherrscht werden können. Im Forschungsprojekt
DyWaMed wird ein umfassendes Instrumentarium entwickelt, mit dem Unternehmen der Medizintechnik die derzeitige Ausprägung ihrer Wandlungsfähigkeit ihres Netzwerkes fundiert bestimmen können.
Stand: Januar 2011