
"Wie werden wir angesichts immer knapper werdender Ressourcen in Zukunft produzieren?". Diese war eine der Kernfragen der 10. Karlsruher Arbeitsgespräche Produktionsforschung, die am 9. und 10. März 2010 im Kongresszentrum Karlsruhe stattfanden. Das Thema Produktion stand daher auch beim Schüler-Medienworkshop "Reporter/-in für einen Tag", zu dem das BMBF drei Schülerteams zweier Karlsruher und eines Stutenseer Gymnasiums eingeladen hatte, auf dem Tagesprogramm. Neun Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren schlüpften einen Tag lang in die Rolle von Medienmachern, lernten den Produktionsalltag in professionellen Sendeanstalten von der Pike auf kennen und setzten sich mit den drei Schwerpunktthemen des BMBF-Kongresses – mit Maßnahmen gegen Produktpiraterie, innovativer Produktenstehung und der Ressourcen- und Energieeffizienz in der Produktion – in Wort und Bild auseinander.
Doppelt hält besser – Wissen über Produktion und journalistisches Handwerk
Die ambitionierte Idee, Wissen über die Produktion in Deutschland und journalistisches Handwerk an einem Tag zu vermitteln, war nur mit einem starken Partner umsetzbar. Hinter dem Schüler-Medienworkshop standen drei Coaches der Journalisten-Akademie in der Konrad-Adenauer-Stiftung. Diese brachten den Jungreportern das Einmaleins des journalistischen Textens, Kameraführung sowie Schnitt und Ton bei. Erstaunlich war dabei die große Eigeninitiative der Schülerinnen und Schüler, die alles daran setzten, den offiziellen "Sendetermin" ihrer Beiträge um 19.15 Uhr im Rahmen der Galaveranstaltung am ersten Kongresstage einzuhalten. Als Coach einer reinen Frauencrew antwortete Stefanie Söhnchen am Ende des langen Drehtags auf die Frage von Ministerialrat Hermann Riehl, Referatsleiter Produktionssysteme und Technologien im BMBF, der die Abendveranstaltung eröffnete, wie ihr der Tag mit den "Reporterinnen für einen Tag" gefallen habe, daher mit einem kleinen Plädoyer: "Die Jugendlichen haben hier heute etwas Wunderbares geschaffen. Wir müssen Kindern und Jugendlichen im Allgemeinen einfach mehr zutrauen."
MINT vermitteln über das Medium Film
Das Vertrauen junger Menschen in ihre Talente, vor allem auch in ihre naturwissenschaftlich-technischen zu fördern, stand gerade deshalb bei der Konzeption der diesjährigen Jugendaktion "Reporter/-in für einen Tag" im Mittelpunkt. Patin stand dabei die BMBF-Initiative "Komm, mach‘ MINT!", die vor allem Mädchen und junge Frauen die Berührungsängste mit den klassischen MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik nehmen und sie für eine Karriere in einem naturwissenschaftlich-technischen Beruf begeistern soll. Über das jugendaffine Medium Film konnte den Jugendlichen der Zugang zu den ihnen anfangs teilweise etwas fremd erscheinenden Themen der Produktion und Produktionsforschung erleichtert werden. Mit Erfolg, wie die drei Filmbeiträge zu den zentralen Fragestellungen "wie kann man Produkte vor Fälschung schützen?", "wie lässt sich mit intelligenten Maschinen der Wassermangel bekämpfen?" und "wann gehört das Elektroauto fest zum Straßenbild?" zeigten.
Von "coolen Produktentwicklern", über ausgefallene Story-Ideen bis hin zu den Autos der Zukunft
Dass beispielsweise die Arbeit als Produktentwickler aus Sicht der Nachwuchsreporter "echt cool sein kann", weil man beispielsweise Antennen in Produkte einbaut, die dann per Funk erkennen, ob es sich tatsächlich um ein Original oder doch nur um einen Fälschung handelt. Dies erfuhr der jüngste Nachwuchsreporter, der 12-jährige Joshua Feis vom Thomas-Mann- Gymnasium in Stutensee, etwa von Partnern aus den Verbundprojekten, die innerhalb des BMBF-Rahmenprogramms "Forschung für die Produktion von morgen" gefördert werden. Auch der Gastgeber der 10. Karlsruher Arbeitsgespräche Produktionsforschung, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Dr. Georg Schütte, nahm sich Zeit für Joshua und seine beiden Klassenkameraden. Er stellte ihnen die wirtschaftlichen Folgen der Produktpiraterie am Beispiel der Pharmaindustrie sehr anschaulich dar. Mit seinem überzeugenden Resümee über die künftigen Entwicklungen intelligenter Maßnahmen gegen Produktpiraterie am Ende des Beitrages begeisterte Joshua auch das Publikum bei der Galaveranstaltung am Abend.
Eine sprichwörtlich spritzige Idee, ihr Thema Produktentstehung am Beispiel Wasser als Nahrungsmittel "Nummer eins" aufzuhängen, hatten drei Schülerinnen der zwölften Klassen vom Gymnasium Neureut in Karlsruhe mit ihrem Coach Stefanie Söhnchen. Sie begaben sich in der kongressbegleitenden Ausstellung auf die Suche nach der "ultimativen" Trinkwassermaschine. Dank Hinweisen und Tipps im Interview mit Ausstellern und anderen Kongressteilnehmern kamen sie schnell auf die richtige Spur. Dr. Manfred Wittenstein, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen und Anlagenbau e.V. (VDMA), erklärte Jungreporterin Carmen Denecke beispielsweise, dass es bereits Maschinen und Anlagen gebe, die sparsam mit Wasser umgehen und/oder es recyceln können. Am Ende fanden die drei Reporterinnen eine mögliche Lösung auf das weltweite Trinkwasserproblem: Einen speziell mit Nanopartikeln aus Titandioxid beschichteten Filter in einem Fass, der es möglich macht, schmutziges Wasser in sauberes Trinkwasser umzuwandeln. Der Aha-Effekt bei diesem Exponat "Nanoefficiency" war für die jungen Frauen besonders groß: "Produkte wie dieses Fass mit Nanopartikel-Filter können also große Probleme lösen. Es wurde sogar während des Tsunamis in Indonesien eingesetzt", lautete das abschließende Fazit von Reporterin Carmen Denecke.
Vom Handyakku zur Power-Batterie im Auto – "Wer hätte das gedacht?"
Einem genauso spannenden Thema, der Elektromobilität, widmeten sich drei medienerfahrene Elftklässler vom Karlsruher Fichte-Gymnasium. Die drei Jugendlichen hatten bereits an einem Filmprojekt an der eigenen Schule teilgenommen, bei dem ihnen Profis eines regionalen Privatsenders das journalistische Grundwissen beigebracht hatten. Dieses Know-how konnten sie gut gebrauchen, um ihr Thema mit außergewöhnlichen Kameraeinstellungen professionell in Szene zu setzen. Dazu holten sie sich beim Hersteller selbst die Expertenmeinung zu Lebensdauer und Alltagstauglichkeit von Lithium-Ionen-Batterien ein. Oder interviewten den Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Hans-Jörg Bullinger zu seiner Einschätzung, wie lange die Forschung noch braucht bis Elektroautos zum alltäglichen Straßenbild gehören. Die Reporterarbeit in Echtzeit war auch für das Team Elektromobilität eine neue Erfahrung, wie der 17-jährige Daniel Freytag feststellte: "Auch wenn wir uns mit Kameratechnik und Schnittprogrammen bereits sehr gut auskannten, das Teamwork unter realen Bedingungen – also die Dreharbeiten und die Produktion der Filme – an einem einzigen Tag zu meistern, das war schon auch für uns eine große Herausforderung."
Video-Zusammenfassung "Produktpiraterie"
Video-Zusammenfassung "Produktentstehung"
Video-Zusammenfassung "Elektromobilität"
Aktuelle Pressemeldung:
1. Stichtag: 24.02.2012
2. Stichtag: 29.06.2012
mehr (URL: „Intelligente Vernetzung in der Produktion - Ein Beitrag zum Zukunftsprojekt ,Industrie 4.0'“)
Aktuelle Pressemeldung:
Stichtag: 15.04.2012
mehr (URL: KMU-innovativ:
- Produktionsforschung
- Ressourcen- und
Energieeffizienz)
mehr (URL: Ausgabe 01/ 2012)
mehr (URL: Virtualisierung der spanenden Bearbeitung in der Maschinenentwicklung und Prozessoptimierung (VispaB), Brecher, C. (Hrsg.))
mehr (URL: Aufbau einer Wertschöpfungskette zur kostengünstigen, flexiblen Fertigung geometrisch anspruchsvoller Mikrooptiken aus Glas (3DOptics), Bresseler, B. (Hrsg.) )
mehr (URL: Spritzgießprozesse zur kostengünstigen Erzeugung funktionaler Komponenten hoher Formtreue durch neue Werkzeugbeheizungen (SkForm), Burmeister, F.; Fromm, A.; Hagen, J. (Hrsg.))
mehr (URL: Schutz vor Produktpiraterie - Ein Handbuch für den Maschinen- und Anlagenbau, Abele, E.; Kuske, P.; Lang, H.)