Verbundprojekt

EUREKA-TRUST

Nutzung der Potentiale von Regionen bei Problemlösungsprozessen in der Produktion

Kurzfassung:

Ohne die firmenübergreifende Zusammenarbeit können global agierende Unternehmen am Markt nicht mehr bestehen. Trotz der steigenden Anzahl der Kooperationspartner müssen Kooperationsprozesse reibungslos ablaufen. Die Herausforderung besteht darin, die Produktivität in der Kooperation sicher zu stellen und zu erhöhen. Dies kann durch den Einsatz von unternehmensübergreifenden Wissensnetzwerken über Projekte und Fachbereiche hinweg gewährleistet werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist allerdings die optimale Unterstützung von Wissensaustausch- und Problemlösungsprozessen im Wissensnetzwerk. Der im Rahmen des mit Industrieunternehmen der Automobilzuliefererbranche durchgeführten Eureka-Projektes TRUST entwickelte Ansatz unterstützt die Mitarbeiter dabei, Problemlösungen effizient zu entwickeln sowie in einer integrierten Arbeitsumgebung ad hoc und problemorientiert auf Erfahrungen und Kompetenzen des Wissensnetzwerks zuzugreifen.

Projektdauer: 01.03.02 - 31.05.04

Projektkoordinator:

Prof. Dr.-Ing. habil. Joachim Warschat
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation - IAO
Tel.: +49 711 970-2082
E-Mail: joachim.warschat@iao.fhg.de

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Ing. Ulrike Kirsten
Tel.: +49 351 463-31411
E-Mail: ulrike.kirsten@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung
Das Management verteilter Kompetenzen und deren gezielter Einsatz zur effizienten Entwicklung von Problemlösungen stellt eine große Herausforderung für global agierende Unternehmen dar. Trotz der steigenden Anzahl der Kooperationspartner müssen Kooperationsprozesse reibungslos ablaufen.
Eine große Schwachstelle in der Kooperation ist der mangelnde Daten- und Informationsaustausch sowie die Identifikation und zügige Lösung von Problemen. So ergab die im Rahmen des Vorprojekts durchgeführte Umfrage , dass 42% der Befragten den Informationsaustausch sowie die Abstimmung bei z.B. Änderungen für unzureichend halten. 40% der Befragten sagen, Probleme werden nicht rechtzeitig angesprochen und nicht optimal gelöst. Als Grund hierfür wurde der unvollständige Wissensaustausch zwischen den Kooperationspartnern genannt.
Die Herausforderung besteht darin, die Produktivität in der Kooperation zumindest sicher zu stellen und im besten Fall zu erhöhen. Dies kann durch den Einsatz von unternehmensübergreifenden Wissensnetzwerken über Projekte und Fachbereiche hinweg gewährleistet werden. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist allerdings die optimale Unterstützung von Wissensaustausch- und Problemlösungsprozessen im Wissensnetzwerk.

Projektziele
Im Rahmen des Projektes "TRUST - Nutzung der Potenziale von Regionen bei Problemlösungsprozessen in der Produktion" wurde hierfür mit Industrieunternehmen der Automobilzuliefererbranche ein Ansatz entwickelt. Dabei werden Mitarbeiter so unterstützt, dass Problemlösungen effizient entwickelt sowie in einer integrierten Arbeitsumgebung ad hoc und problemorientiert auf Erfahrungen und Kompetenzen des Wissensnetzwerks zugegriffen werden kann.
Der Ansatz berücksichtigt dabei drei aufeinander aufbauende Kooperationsstufen:
- Stufe 1
Die Zusammenarbeit konzentriert sich hier auf die firmeninterne Zusammenarbeit. Eine Unterstützung der Kooperationsprozesse kann in der Gestaltung und Unterstützung der firmeninterner Netzwerke (Internal Virtual Competence Center) erfolgen. Dies führt beispielsweise zu einer Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Standorten einer Firma.
- Stufe 2
In einer weiteren Stufe der Zusammenarbeit wird der Aufbau firmenübergreifender Netzwerke (External Virtual Competence Center) in den Mittelpunkt gerückt. Hier steht vor allem die Unterstützung der Zusammenarbeit in Partnernetzwerken der Anwenderfirmen im Vordergrund.
- Stufe 3
Die letzte Stufe der Zusammenarbeit bezieht sich auf die Unterstützung des Aufbaus eines virtuellen Automobilclusters, d.h. Kopplung von Partnernetzwerken zu einem virtuellen Cluster, welches überregional bzw. international operiert.

Vorgehensweise
Im Rahmen von TRUST wurde einerseits ein Geschäftsmodell für den Aufbau und den Betrieb eines virtuellen Competence Centers (VCC) erarbeitet. Ziel eines VCC ist das Zusammenbringen von verteilten Experten zu einem Thema in einem Unternehmen oder über Unternehmensgrenzen hinweg
Der Nutzen für Mitarbeiter liegt im Zugang zu neuen Technologien, Experten und Fachinformationen und im "Erreichbarmachen" von Experten.
Unternehmensstrategische Ziele liegen in der transparenten Sicht und Entwicklung von Kompetenzen. Zudem wird durch den Aufbau von Experten- und Wissensnetzwerken der die Innovationsfähigkeit des Unternehmens gesteigert.
Andererseits wurde ein Modell zur strukturierten Problemlösung erarbeitet. Ziele des Problemlösungsassistenten verfolgt aus Mitarbeitersicht die Anleitung zur strukturierten Lösung d
es Problems und die Bereitstellung von Werkzeugen zur Problemlösung. Zudem werden bestehende Lösungen angeboten und die Problemlösung im Team unterstützt. Die Erhöhung und Sicherstellung der Qualität durch vollständige Fehlerdokumentation, strukturiertes (standardisiertes) Vorgehen, statistische Auswertungen und Unterstützung des KVP stellen die wesentlichen Nutzenpotenziale des Unternehmens dar.
Das Zusammenwirken der beiden Lösungen wurde softwareprototypisch auf der Plattform in TRUST umgesetzt. Das VCC und der Problemlösungsassistent wurden von den Industriepartnern getestet und validiert.

Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Die Entwicklung des Businessmodells, des Leitfadens sowie der Software erfolgte generisch, so dass trotz der Fokussierung auf das Cluster Automobil die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Branchen bzw. Cluster gesichert ist.
Hauptergebnisse des Projekts sind im einzelnen:
1. Businessmodell für virtuelle Cluster
- Definition beschreibender Kriterien für das "virtuelle Cluster"
- Gestaltungsempfehlungen, für den Aufbau und betrieb virtueller Cluster
2. Leitfaden für die Gestaltung von Wissensaustausch- und Problemlöseprozesse
- Konzept für firmeninternes und -übergreifendes Virtuelles Competence Center (VCC)
- Konzept für wissensbasierte Problemlösung
- Konzept für Kompetenzprofile
3. Softwarewerkzeug
- Softwareprototyp für Virtuelle Cluster und Virtuelle Competence Center
- Software-Module für Kompetenzprofile und Problemlösungsassistent
Das Management verteilter Kompetenzen und deren gezielter Einsatz zur effizienten Entwicklung von Problemlösungen stellt eine große Herausforderung für global agierende Unternehmen dar. Durch die richtige Gestaltung von verteilten Problemlösungsprozessen können Innovationspotentiale realisiert werden, die es Unternehmen ermöglichen, entscheidende Vorteile im globalen Wettbewerb zu erzielen.
Der vorgestellte Ansatz zeigt, wie die individuelle Problemlösung sowie die fachliche Kompetenzentwicklung durch den Einsatz von Wissensnetzwerken effizient gestaltet werden kann.

Publikationen

Company Strategies and Organisational Evolution in the Automotive Sector: A Worldwide Perspective

Autor: Garibaldo, F.; Bardi, A. (eds.)

Verlag: Peter Lang, Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main

Erscheinungsjahr: 2005

ISBN: 3-631-53606-2

Beschreibung: This book illustrates some of the general global trends both concerning corperate strategies and labour issues. After that it specificalle deals with four European countries, each of which significant for its different experiences. The approach of the different essays is different both in terms of the issues dealt with and in terms of the geographical coverage; some tackle the overall scenario of industrial and work issues on a regional and anational scale.

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