Verbundprojekt

eApps4Production

Flexible Vernetzung intelligenter Engineering Apps (eApps) zur Maximierung der Maschinen- und Anlagenperformance

Kurzfassung:

Das Forschungsprojekt eApps4Production hat zum Ziel, Informationen und Wissen aus der Produktion, d.h. aus realen Zustands- und Prozessdaten der Cyber-Physischen Systeme, zu jeder Zeit, an jedem Ort und auf beliebigen Endgeräten nutzbar zu machen. Die Nutzung der Daten und Informationen erfolgt über zu erarbeitende anwendungsspezifische Engineering Apps (eApps). eApps sind kleine Applikationen mit spezifischem Funktionsumfang, die zielgerichtet bei Ingenieurstätigkeiten unterstützen. Beispiele dafür sind Anwendungen für die Auslastungs-überwachung von Maschinen, Prozesskontrolle oder Qualitätsmanagement. Solche Anwendungen sollen auch von produktionsnahen Ingenieuren und Technikern selbst mit einfachen und sofort verwendbaren Werkzeugen selbst erstellt werden können.

www: http://www.eapps4production.de

Projektdauer: 01.11.13 - 31.10.16

Projektkoordinator:

Peter Lindlau
pol Solutions GmbH
Tel.: +49 89 552657-20
E-Mail: peter.lindlau@pol-it.de

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Ing. Claudius Noll
Tel.: +49 721 608-24953
E-Mail: noll@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung
Das Potential von Fertigungsmaschinen und ihrer bereits heute hohen technischen Leistungsfähigkeit wird bislang bei weitem nicht vollständig ausgenutzt. Dies liegt hauptsächlich an der mangelnden Verfügbarkeit von Informationen bezüglich der relevanten Zustände und der zugehörigen Prozessparameter. Der informationstechnische Alltag der Unternehmen ist geprägt von großer zeitlicher Diskrepanz zwischen der Planung und Betrieb sowie dem Zusammenwirken vieler sich dynamisch verändernder Einflussfaktoren, wie beispielsweise Verschleiß oder kurzfristig verfügbaren Vorrichtungen. Aus diesem Defizit heraus werden bisher individuell erstellte, einfachste Softwarewerkzeuge wie zum Beispiel Diagnosesysteme (beispielsweise Erfahrungsdaten der Arbeitsvorbereitung) als oftmals personenspezifische Insellösungen dezentral ohne Systemintegration genutzt.
Projektziel
Das Forschungsprojekt eApps4Production hat zum Ziel, Informationen und Wissen aus der Produktion, d.h. aus realen Zustands- und Prozessdaten der Cyber-Physischen Systeme, zu jeder Zeit, an jedem Ort und auf beliebigen Endgeräten nutzbar zu machen. Die Nutzung der Daten und Informationen erfolgt über zu erarbeitende anwendungsspezifische Engineering Apps (eApps). eApps sind kleine Applikationen mit spezifischem Funktionsumfang, die zielgerichtet bei Ingenieurstätigkeiten unterstützen. Beispiele dafür sind Anwendungen für die Auslastungs-überwachung von Maschinen, Prozesskontrolle oder Qualitätsmanagement. Solche Anwendungen sollen auch von produktionsnahen Ingenieuren und Technikern selbst mit einfachen und sofort verwendbaren Werkzeugen selbst erstellt werden können.
Vorgehensweise
Grundlage hierfür ist eine innovative Plattform zur intuitiven und flexiblen Konfiguration und Nutzung von eApps. Diese Plattform stellt IT-Dienste zur Verfügung, die von den Nutzern individuell in die gewünschten eApps integriert werden können. Individuelle IT-Dienste können von unterschiedlichsten Anbietern auf der Plattform zur Verfügung gestellt werden. Im Sinne der "Gelben Seiten" kann sich der Anwendungsentwickler benötigte Dienste auswählen und gezielt für eine Anwendung zusammenstellen. Die "Föderationsplattform" stellt sicher, dass die einzelnen Dienste ihre Informationen "in derselben Sprache" austauschen und somit wohlgeordnet kommunizieren. Im Rahmen des Projektes wird die Plattform für den Datentransfer zwischen Maschinen, IT-Diensten und Apps entwickelt und an Fallbeispielen einzelner Apps für das Werkzeugmanagement und die Führung von hochwertigen Produktionsanlagen getestet. Die entstehenden eApps werden exemplarisch für Werkzeugmaschinen und Betriebsmittel (Werkzeuge) vorangetrieben und unter praktischen Bedingungen erprobt. Der Fokus der Demonstratoren liegt auf der Betriebs- und Servicephase von Maschinen und Werkzeugen. Darüber hinaus wird der Datensicherheit in einer arbeitsteilig vernetzten Produktion durch die Einbindung der bereits vorhandenen Sicherheitskonzepte Rechnung getragen.
Das in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern zu entwickelnde Tool soll faktenbasiertes Wissen über die Werkzeugperformance liefern und Leitz in die Lage versetzen, präzisere Abrechnungsmodelle und zielsicherere Einsatzempfehlungen für die Werkzeuge anzubieten.
Ergebnisverwertung
Die entstehende Plattform und beispielhaften eApps aus den Anwendungsbereichen eröffnen KMUs neue Möglichkeiten zur Entwicklung von IT-gestützten Diensten oder eApps sowie zur Partizipation an maschinenbegleitenden Dienst
leistungen (z.B. IT-Integration bzw. Schnittstellenimplementierung). Sie profitieren von der anwendungsspezifischen Transparenz, dem durchgängigen Informationszugriff und den gewonnenen Möglichkeiten der selektiven Kommunikation mit Herstellern und Betreibern. Sowohl für die Konsortialpartner, als auch für künftige Teilnehmer eröffnen sich Wertschöpfungspotentiale in unterschiedlichsten Bereichen. Das aus dem Projekt hervorgehende eApp Development Kit und die ersten dort integrierten IT-Dienste und eApps werden nach Projektende im Anwender- und Beratergremium MANUFUTURE©-BW e.V. weiterentwickelt und sukzessive in den Produktivbetrieb überführt. Die enge Zusammenarbeit mit MANUFUTURE©-BW e.V. mit seinen über 100 Akteuren aus Produktion und Produktionsforschung stellt hierbei zusätzlich den nahtlosen Übergang der erarbeiteten Ergebnisse in die produktionstechnische Praxis sicher.

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