Methodik zur Integration Produktionsorientierter Dienstleistungen in Unternehmensstrategie und Wertschöpfungsstrukturen für die Zerspanungstechnik
Kurzfassung:
Im Verbundprojekt wurde ein durchgängiges, branchenübergreifenden Konzept zur dauerhaften Integration produktionsnaher Dienstleistungen in die Unternehmensstrategie entwickelt, das sich an den jeweiligen spezifischen Innovations- und Wertschöpfungsprozesse kleiner und mittlerer Unternehmen ausrichten lässtt. Das Vorgehen erfolgte dabei exemplarisch für die Zerspanungstechnik, da deren Hersteller den Dienstleistungsgedanken bereits in Ansätzen für eine Vielzahl meist hochkomplexer und erklärungsbedürftiger Produkte bzw. Anwendungsfälle aufgegriffen und in ihr Produktportfolio aufgenommen haben.
Florian Albrecht
Technische Universität Darmstadt
Tel.: 06151 16-3356
E-Mail: albrecht@ptw.tu-darmstadt.de
Ansprechpartner bei PTKA-PFT:
M.A. Martina Kühnapfel
Tel.: +49 721 608-24979
E-Mail: martina.kuehnapfel@kit.edu
Problemaufriss
Zunehmender globaler Wettbewerb und veränderte Marktanforderungen, aber auch Änderungen im Kundenverhalten verlangen von produzierenden Unternehmen mehr denn je Wandlungsfähigkeit und eine Auseinandersetzung mit den Folgen komplexer Produkte. Eine Qualitäts- und Produktionstechnologieführerschaft alleine reicht zur Sicherung oder gar zum Ausbau der eigenen Wettbewerbsposition nicht mehr aus, da sachleistungsorientierte Wettbewerbsdifferenzierungen zunehmend durch produktbezogene Dienstleistungen ergänzt werden. Insbesondere im Bereich der Zerspanungstechnik werden vom Kunden verstärkt komplette Problemlösungen für spezifische Anforderungen erwartet. Die Komplexität von Maschinen und Anlagen erhöht zudem den Herstelleraufwand, um beim Kunden eine hohe Verfügbarkeit und Produktivität der gelieferten Produkte zu gewährleisten. Kundenorientierte und wirtschaftliche Dienstleistungen werden für die meisten Ausrüstungshersteller zu einem wesentlichen Bestandteil des eigenen Produktprogramms; produktbegleitende innovative Dienstleistungen werden zur wettbewerbsstrategischen Chance.
Zielsetzung und Vorgehensweise
In PRODIENST wurde ein durchgängiges, branchenübergreifendes Konzept für Innovations- und Wertschöpfungsprozesse in der Zerspanungstechnik entwickelt, mit dem insbesondere KMU produktionsnahe Dienstleistungen zu einem festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie integrieren können. Im Pojekt wurde zunächst geklärt, welche Anforderungen an eine für KMU angepasste dienstleistungsgerechte Unternehmensstrategie und an geeignete Lösungswege zur systematischen Implementierung zu stellen waren.
Ganzheitlich betrachtet wurde die Wertkette innerhalb eines Unternehmens wie auch unternehmensübergreifend die gesamte Wertkette eines Produktes (Vorproduktlieferant, Komponentenlieferant, Systemanbieter, Automobilhersteller). Auf dieser Basis konzipierten und implementierten die beteiligten 6 Unternehmen gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Projektpartner eine geeignete Methodik.
Durch die gezielte Neugestaltung aller unternehmensinternen wie -externen Geschäftsprozesse und der relevanten Geschäftsmodellkomponenten sowie durch die Integration von Produkt-, Produktionsprozess- und Dienstleistungsentwicklung (konkrete Produkt-Dienstleistungskombinationen) wurden Wachstumspotentiale und neue Innovationspfade erschlossen. Durch bedarfsgerechte Dienstleistungen können bei den Anwendern zudem Kostensenkungen erreicht werden.
Die praktische Umsetzung der Integrationsmethodik erfolgte in Form von Demonstratoren in Zusammenarbeit von Herstellern und deren Endkunden. Die inhaltliche Ausrichtung der einzelnen Demonstratoren richtet sich dabei nach drei wertschöpfungsorientierten Strategieansätzen zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Produktionseinrichtungen beim Kunden: der Verfügbarkeit der Produktionseinrichtungen beim Kunden (Cost per Unit), des Endkundennutzens und der Systemsicherheit.
Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Die Prinzipien zur systematischen Integration sind als Referenzvorgehen auch für KMU aus anderen Industriebereichen nutzbar. Weitere Ergebnisse, die die Industriepartner in ihren Unternehmen erzielten, sind Konzepte, Geschäftsmodelle und Vorgehensweisen, mit denen dienstleistungsrelevante Kompetenzen bestimmt, optimiert und vorangetrieben werden können. Zudem befinden sich neu entwickelte Kalkulationsinstrumente im Einsatz.
Es stehen Best Practice Leitlinien zur Verfügung, mit denen Unternehmen ihre gewachsenen, g
rößtenteils unsystematischen Strukturen aufbrechen und Dienstleistungen durchgängig in der Unternehmensstrategie wie auch der gesamten Wertschöpfungsstruktur verankern können. Es wird aufzgezeigt, wie erfolgreiche Strategien für eine Verbindung von Markt(bedarf) zu Dienstleistungen und damit eine Veränderung der Wertschöpfungsketten branchenspezifisch umzusetzen ist.
Autor: Abele, E.; Baranowski, R.; Hueske, B.; Ketterer, G.; Nowy, M.; Sykora, H.
Verlag: TU Darmstadt, PTW
Erscheinungsjahr: 2009
Beschreibung: Best-Practice Abschlussbericht: Im Verbundprojekt "PRODIENST- Dienstleistungsstrategien für die Zerspanungstechnik" haben Anwender und Anbieter aus der Wertschöpfungskette Zerspanungstechnik gemeinsam mit dem Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt geeignete Strategien entwickelt, mit der industrielle Dienstleistungen in die jeweiligen Unternehmen integriert werden können: Entweder als Bezieher von Dienstleistungen, um eigene Stützprozesse von Dritten ausführen zu lassen oder als Anbieter, um Dienstleistungen als Alleinstellungsmerkmal und Potential für zusätzliche Erträge zu nutzen. Es werden Möglichkeiten zur Integration von Dienstleistungen in die Strategie wie insbesondere auch in das Controlling der Unternehmen aufgezeigt. Wie Zerspanungsdienstleistungen - insbesondere auch bei kleinen und mittleren Unternehmen - kundenspezifisch, transparent und effizient gestaltet werden können, zeigen nicht zuletzt die Best Practice Beispiele und Vorgehensberichte der PRODIENST-Industriepartner. Erhältlich beim PTW, TU Darmstadt
Autor: Abele, E.; Hueske, B.; Liebeck, T.
Verlag: Springer-VDI, Düsseldorf
Erscheinungsjahr: 2008, Jg. 98 Heft 1/2 SS. 71-76
ISBN: ISSN 1439-9997
Beschreibung: Im Werkzeugmanagement sind in der Zerspanung umfangreiche Daten, z.B. zur Steuerung und Planung von Werkzeugbeständen zu organisieren. Diese Daten sind häufig auf viele Softwaresysteme verteilt und nicht miteinander verknüpft beziehungsweise werden manuell gepflegt. Mit einer durchgehend aufeinander abgestimmten Softwarelandschaft, die sich jeweils an den spezifischen Rahmenbedingungen eines Unternehmens orientiert, können daraus resultierende Fehler und lange Prozesszeiten reduziert werden. Ein effizienter Informationsfluss wird ermöglicht.
Autor: Abele, E.; Liebeck, T.; Hueske, B.
Verlag: VDI, Düsseldorf
Erscheinungsjahr: 2008, Heft II August 08, SS. 63-66
ISBN: ISSN 0042-1766
Beschreibung: Das Werkzeugwesen hat die Aufgabe, die Fertigung mit den richtigen Werkzeugen zu minimalen Kosten zu versorgen. Dabei ist es wichtig, nicht ausschließlich den Einkaufspreis zu betrachten, sondern möglichst umfassend alle Kosten, die durch das Werkzeug beeinflusst werden.
Autor: Reuter, U.; Kahle, J.; Liebeck, T.; Hueske, B.
Verlag: VDI, Düsseldorf
Erscheinungsjahr: 2008, Heft I März 08, SS. 63-66
ISBN: ISSN 0042-1766
Beschreibung: Die Möglichkeiten des E-Commerce, Produkte online über Internetplattformen mit Suchfunktionen zu erwerben, hat sich im Endkundenmarkt erfolgreich etabliert. Das Finden von Produkten wird nun auch im klassischen Business to Business zwischen Unternehmen möglich, z.B. im Bereich der Zerspanwerkzeuge über definierte Sachmerkmale.