Verbundprojekt

ProAuthent

Integrierter Produktpiraterieschutz durch Kennzeichnung und Authentifizierung von kritischen Bauteilen im Maschinen- und Anlagenbau

Kurzfassung:

Durch eine fälschungssichere Überprüfung der Echtheit von Produkten und ihrer Komponenten entlang der Wertschöpfungs- und Logistikkette sowie direkt am Produkt über die gesamte Produktlebensdauer hinweg, soll für Unternehmen und deren Kunden ein integrierter, präventiv wirkender Schutz vor Piraterieware realisiert werden. Das Produktpiraterieschutzsystem soll zukünftig die Inbetriebnahme von gefälschten Komponenten und Ersatzteilen mit ihren schädlichen Folgen im Maschinen- und Anlagenbau effektiv verhindern sowie gleichzeitig mit neuen integrierten Dienstleistungen und Produktfunktionalitäten einen hohen Kundennutzen bieten. Das Projekt leistet im Wettbewerbsfeld:"Innovationen gegen Produktpiraterie" einen Beitrag zum präventiven Plagiatschutz.

www: http://www.proauthent.de

Projektdauer: 01.01.08 - 31.03.11

Projektkoordinator:

Dipl.-Ing. Ulrich Doll
HOMAG Holzbearbeitungssysteme AG
Tel.: +49 7443 13-2649
E-Mail: ulrich.doll@homag.de

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Des. Christiane Peters
Tel.: +49 721 608-25277
E-Mail: christiane.peters@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung
Deutschlands Maschinen- und Anlagenbau ist bekannt und weltweit geschätzt für die hohe Qualität und Funktionalität seiner Produkte. Dieses Image bildet einerseits die Basis für weltweit gute Geschäfte, lockt andererseits jedoch auch Kopierer und Piraten, die gerne von der Entwicklungsleistung anderer profitieren und kopierte Bauteile verkaufen. Das Geschäft mit Komponenten und Ersatzteilen erwirtschaftet hohe Gewinne für Unternehmen, stärkt die Beziehungen zu den Kunden langfristig und eröffnet zusätzliches Potential im Servicebereich. Daher müssen insbesondere die werthaltigen Komponenten und Ersatzteile der Maschinen und Anlagen geschützt werden.

Vorgehensweise
Hier setzt das Forschungsprojekt ProAuthent an. Zentrale Anforderung ist, Originalprodukte zu authentifizieren und somit durch die klare Unterscheidbarkeit Piraterieware in der logistischen Kette bis hin zum Einsatz in der Maschine zu entdecken. Das Konsortium hat ein Schutzsystem entwickelt, welches durch Kennzeichnung von kritischen Bauteilen in der Lage ist, Originale sicher zu erkennen, Kunden und Hersteller vor dem unwissentlichen Einbau von Kopien zu schützen und durch die durchgängige Dokumentation der Prüfergebnisse vielfältige Zusatznutzen zu ermöglichen.
Das entwickelte Schutzsystem setzt sich aus drei Hauptbestandteilen zusammen:
1. der Kennzeichnungstechnologie, welche schützenswerte Komponenten und Ersatzteile eindeutig als Originale kenntlich macht,
2. dem IT-System, welches die Informationen aus den Prüfprozessen verarbeitet und interpretiert und
3. der anschließenden Systemreaktion, die Nachahmungen aufdeckt, den Kunden informiert und so Produktpiraterie auf Dauer eindämmt oder verhindert.

Im Forschungsprojekt wurde eine Vielzahl an Kennzeichnungstechnologien untersucht aus denen sich vier Technologien als die geeignetsten ergeben haben, welche den besonderen Umgebungsbedingungen im Maschinen- und Anlagenbau gerecht werden. Diese wurden auf ausgewählten schützenswerten Bauteilen appliziert:
1. RFID (Radiofrequenzidentifikation).
2. Rauschmustercodes als CDP (Copy Detection Pattern)
3. Infrarot-Farbpigmente
4. Hologramme

Zentrale Ergebnisse
Mit dem Ziel vor Produktpiraterie zu schützen, kann das entwickelte ProAuthent-System¿

Bauteile als Originale kenntlich machen.
- Markierung von Bauteilen mit beliebigen Kennzeichnungstechnologien, die folgende Eigenschaften erfüllen:
- Originalitätskennzeichen kombiniert mit Identitätsmerkmal auf Produktgruppen- oder Einzelteilebene
- Unikatkennzeichen
- Fälschungssicherheit, Kopiersicherheit
- Manipulationssicherheit, d.h. nicht entfernbar und dauerhaft durch geeignete Applikation

Bauteile auf Originalität prüfen.
- Lokales Prüfen vor Ort
- Manuelles, halbautomatisches oder automatisches Prüfen
- Verwendung autorisierter, gesicherter Prüfgeräte
- Einsatz von geeignetem geschulten Personal zur Durchführung manueller Prüfungen

Prüfergebnisse dokumentieren.
- Lokale Speicherung mit Verschlüsselung gegen unbefugten Zugriff und Manipulation
- Abgesicherte Speicherung in einem dezentralen Datenbanksystem mit relationalen Datenbanken ohne Datenredundanz (EPC-IS)
- Integration weiterer Datenbanken (CRM, ERP etc.)
- Sicht auf alle integrierten Daten über optimierte Visualisierungssoftware
- Abgesicherte Datenübertragung in die Datenbanken sowie zwischen den Datenbanken
- Speicherung von Kennzeichnungstechnologie und Reader-ID bzw. Prüfer je Datensatz zur Einschätzung der
Wertigkeit der Prüfergebnisse

auf Prüfergebnisse unmittelbar reagieren, um Produktpiraterie einzudämmen.
- Sofortige Rückmeldung über die Originalität bei der Prüfung
- Gesteigerte Qualitätsanmutung des gekennzeichneten Produkts
- Verstärkte Kundenbindung
- Verwechslungsschutz
- Sichere, automatische Übertragung von Bauteil-/ Werkzeugdaten
- Sichere Identifikation von Ersatzteilen zur Nachbestellung

Dokumentierte Prüfergebnisse auswerten und reagieren, um Produktpiraterie zu reduzieren.
- Klassifikation der Kunden, Identifikation kritischer Kunden, Identifikation kritischer Maschinen
- Identifikation kritischer Punkte in der Supply Chain
- Identifikation kritischer Produktgruppen
- Track & Trace mit Historie einzelner Bauteile mit der Möglichkeit zur Verfolgung für präzise Rückrufe
- Historie der eingebauten Komponenten je Maschine, Nachweis bei Serviceeinsätzen
- Erleichterte Ersatzteilbestellung und -lieferung durch aktuelle und gemeinsame Datenbasis der aktuellen Maschinenkonfiguration

Publikationen

Wirksamer Schutz gegen Produktpiraterie im Unternehmen - Piraterierisiken erkennen und Schutzmaßnahmen umsetzen, Band 3 der Reihe Innovationen gegen Produktpiraterie

Autor: Abele, E.; Albers, A.; Günthner, W. (Hrsg.)

Verlag: VDMA-Verlag

Erscheinungsjahr: 2010, November

ISBN: 978-3-8163-0603-0

Beschreibung: Dieser Band enthält die Ergebnisse aus den Verbundprojekten ProOriginal, KoPira, KoPiKomp und ProAuthent. Er beinhaltet: - Strategien zum durchgängigen Produktschutz für Unternehmen, - Handlungsleitfaden, z. B. zur Durchführung einer schnellen Bedarfsanalyse, - Herangehensweise bei der Implementierung einer Anti-Piraterie-Balanced-Scorecard. Dazu - rundet eine Einführung in juristische Handlungsfelder das Werk ab.

Wirksamer Schutz gegen Produktpiraterie im Unternehmen - Piraterierisiken erkennen und Schutzmaßnahmen umsetzen, Band 3 der Reihe Innovationen gegen Produktpiraterie

Autor: Abele, E.; Albers, A.; Günthner, W. (Hrsg.)

Verlag: VDMA-Verlag

Erscheinungsjahr: 2010, November

ISBN: 978-3-8163-0603-0

Beschreibung: Dieser Band enthält die Ergebnisse aus den Verbundprojekten ProOriginal, KoPira, KoPiKomp und ProAuthent. Er beinhaltet: - Strategien zum durchgängigen Produktschutz für Unternehmen, - Handlungsleitfaden, z. B. zur Durchführung einer schnellen Bedarfsanalyse, - Herangehensweise bei der Implementierung einer Anti-Piraterie-Balanced-Scorecard. Dazu - rundet eine Einführung in juristische Handlungsfelder das Werk ab.

Präventiver Produktschutz - Leitfaden und Anwendungsbeispiele

Autor: Gausemeier, J.; Glatz R.; Lindemann, U.

Verlag: Carl Hanser Verlag München

Erscheinungsjahr: 2012

ISBN: 978-3-446-43043-3

Beschreibung: Produktpiraterie ist eine enorme Bedrohung für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Investitionsgüterindustrie. Zum Schutz vor Produktpiraterie bedarf es der Entwicklung innovativer, technischer Schutzmaßnahmen und ganzheitlicher Schutzkonzepte. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang 2008 im Rahmen der Hightech-Strategie 2020 die Forschungsoffensive "Innovationen gegen Produktpiraterie" initiiert. Innovative Unternehmen, Forschungsinstitute und Dienstleister haben in zehn Verbundprojekten neue wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen erarbeitet. Das Buch "Präventiver Produktschutz" bietet eine kompetente Aufbereitung der Projektergebnisse und zeigt anhand von praxiserprobten Beispielen, wie Schutzkonzepte erarbeitet und implementiert werden.

Innovationen gegen Produktpiraterie, Portraits der ausgewählten Projekte

Autor: Wieczorek, I., Laraia, E., Steinebrunner, E.

Verlag: Zu beziehen beim Projektträger Karlsruhe (PTKA-PFT), E-Mail: jasmin.michalzik@kit.edu

Erscheinungsjahr: 2010

Beschreibung: Innovationen gegen Produktpiraterie - Handout der Abschlussveranstaltung am 16. November 2010 im Haus der Deutschen Wirtschaft, Berlin. Portraits der ausgewählten Projekte im BMBF-Programm "Forschung für die Produktion von morgen". Produktpiraterie ist eine enorme Bedrohung für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang 2008 die Forschungsoffensive "Innovationen gegen Produktpiraterie" gestartet. Innovative Unternehmen der Investitionsgüterindustrie, Forschungsinstitute und einschlägige Dienstleister haben in zehn Verbundprojekten neue, besonders wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen erarbeitet.

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