Verbundprojekt

ProOriginal

Produkte ganzheitlich schützen Originale weltweit verkaufen

Kurzfassung:

Am Beispiel von spanenden Werkzeugmaschinen und ihrer Komponenten wird ein ganzheitlicher, wertschöpfungsorientierter Kopierschutz erarbeitet und erprobt. Dazu soll eine unternehmensspezifische Auswahl, Abstimmung und Integration technischer, organisatorischer und juristischer Schutzmaßnahmen erfolgen. Unterschiedliche Ausgangssituationen werden sowohl in Bezug auf die strategische Ausrichtung als auch die jeweiligen Schlüsselmärkte der Unternehmen berücksichtigt. Die erarbeiteten Lösungsansätze und -strategien sollen eine wichtige Orientierung und Handlungshilfe für spätere Anwender darstellten. Das Projekt leistet im Wettbewerbsfeld:"Innovationen gegen Produktpiraterie" einen Beitrag zum präventiven Plagiatschutz.

www: http://www.prooriginal.de

Projektdauer: 01.01.08 - 28.02.11

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Des. Christiane Peters
Tel.: +49 721 608-25277
E-Mail: christiane.peters@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung
Obwohl die Schwere der Schäden durch Produktpiraterie je nach Unternehmen variiert, ist deren Entwicklung und Folgen für alle eindeutig und besorgniserregend. Über drei Viertel der betroffenen Maschinenbauunternehmen sehen durch unzulässige Nachbauten langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit bedroht. Da es bisher jedoch kaum Lösungen und unterstützende Methoden für den Aufbau eines ganzheitlichen und nachhaltigen Kopierschutzes gibt und der Verzicht auf die Bedienung der gefährdenden Märkte wirtschaftlich und in der Schutzwirkung zweifelhaft ist, müssen neue und ganzheitliche Schutzkonzepte konzipiert werden, die die Anforderungen der Kunden und der Unternehmen erfüllen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass einfache Konzepte, die allein auf technischen oder organisatorischen oder juristischen Maßnahmen beruhen, keine ausreichende Schutzwirkung entfalten. Entweder die Schutzwirkung konnte bei technischen Maßnahmen nicht über einen ausreichend langen Zeitraum aufrechterhalten oder juristische Ansprüche konnten nicht durchgesetzt werden. Organisatorische Ansätze wurden bislang nur unzureichend berücksichtigt (z.B. Teleservice, Nutzung von Sensorik, Elektronik und "intelligenter" Software).

Projektziele
Das Vorhaben hat zum Ziel, einen nachhaltigen Kopierschutz aufzubauen, der eine möglichst große Schutzwirkung bei geringen Kosten entfaltet. Hierbei sollen unterschiedliche Ansätze mit denen ein Schutz erreicht werden kann, wie organisatorische, technische und juristische Maßnahmen, berücksichtigt und situationsspezifisch kombiniert werden. Das Konzept soll es den anwendenden Unternehmen ermöglichen, einen proaktiven Kopierschutz aufzubauen.
Der entwickelte Kopierschutz soll effizient und effektiv sein und sich mit einem optimalen Methodenmix über die drei Säulen - technisch (Produkt- und Prozesstechnologien), organisatorisch (Prozessgestaltung, Wissensflüsse, Sensibilisierung, Qualifizierung) und juristisch (Patent- und Markenschutz) - erstrecken. Dabei sollen sowohl die Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Maßnahmen als auch die Auswirkungen auf Kosten und Schutzwirkungen berücksichtigt werden.

Vorgehensweise
Die an dem Konsortium beteiligten 5 Unternehmen und 1 Forschungsinstitut ergänzen sich fachlich und hinsichtlich ihrer Stellung in der Wertschöpfungskette. Durch eine breite Basis der Kernkompetenzen der Projektpartner wird die Übertragbarkeit der Lösungen vom Werkzeugmaschinenbau auf andere Zweige der Investitionsgüterindustrie gesichert.
Das gesamte Projekt gliedert sich in 3 Phasen, 5 Arbeitschritte und 10 Arbeitspakete. Im ersten Schritt wird der Handlungsbedarf auf den Ebenen Produkt, Prozesstechnologie, Organisation und Prozessnetzwerk ermittelt, sowie zusätzlich notwendige juristische Maßnahmen bestimmt. Dazu gehören die Identifikation von geeigneten Beispielprodukten und Komponenten, die repräsentativ für die Wertschöpfungskette sind, aber auch die Kennzeichnung von Produkten und die gegenseitige Identifikation von Produktelementen. Im zweiten Schritt wird zunächst ein Kopierschutz erstellt und auf seine Schutzwirkung und die damit verbundenen Kosten überprüft. Gleichzeitig sollen neue Lösungsansätze technischer, organisatorischer und juristischer Schutzmaßnahmen erarbeitet werden. Im dritten Schritt erfolgen eine Bewertung der Maßnahmen und anschließend eine Priorisierung nach Abschätzung der mit den Ansätzen verbundenen Potentiale und Kosten für die einzelnen Unternehmen und die gesamte Wertschöpfungsk
ette Werkzeugmaschine. Im vierten Schritt erfolgt nach Auswahl eines kosten- und nutzenoptimalen Maßnahmenbündels eine exemplarische Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen anhand einiger konkreter Beispiele. Dabei sollen die Wirkung der Maßnahmen für die einzelnen Unternehmen und die Wertschöpfungskette geprüft, ggf. Anpassungen vorgenommen und die unterschiedlichen Bestandteile des Kopierschutzes sowie die verschiedenen Arbeitsschritte in einem Gesamtkonzept zusammengeführt werden.

Ergebnisse
Im Rahmen des Vorhabens ProOriginal werden durch das Projektkonsortium verschiedene Lösungsansätze erarbeitet und umgesetzt, die für die späteren Anwender der Methodik eine wichtige Orientierung und Handlungshilfe darstellten.
Ergebnisse dieses Projekts sind zum einen grundlegende Strategien für den Aufbau eines Kopierschutzes und ein Leitfaden, der Hilfestellung beim Umsetzen eines Kopierschutzes bietet. Darüber hinaus werden Methoden erarbeitet, mit denen der Kopierschutz unternehmensspezifisch und in einer vernetzten Wertschöpfungskette aufgebaut werden kann. Auf Basis von Standardsoftware werden Instrumente entwickelt, mit deren Hilfe die Erstellung der Wirkzusammenhänge und der Bewertung der Schutzwirkung sowie der Kosten möglich ist. Dieses Konzept wird in Pilotbereichen unter Praxisbedingungen erprobt, um das prinzipielle Vorgehen zum Aufbau eines Kopierschutzes in den unterschiedlichen Bereichen aufzuzeigen und die Funktionsfähigkeit des erarbeiteten Konzepts nachzuweisen.

Anwendungspotenzial
Neben der direkten Umsetzung des Konzeptes in den beteiligten Unternehmen der Industriepartner (Best-Practice), sollen für weitere Unternehmen nutzbare Erkenntnisse einem breiten Anwenderkreis zur Verfügung gestellt werden. Ein begleitender Industriearbeitskreis soll sicherstellen, dass das Konzept auch auf andere Bereiche des Maschinen- und Anlagenbaus übertragbar ist.
Leitfaden, Methoden und Instrumente stehen nach dem Ende des Projekts den beteiligten Industriepartnern zur Verfügung. Das gesamte Konzept wird in einem Handbuch dokumentiert, was dem VDW und seinen Mitgliedsfirmen zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Projekts nach dessen Abschluss als Fachbuch veröffentlicht.

Publikationen

Schutz vor Produktpiraterie

Autor: Abele E.; Kuske P.; Lang H.

Verlag: Springer, Heidelberg

Erscheinungsjahr: 2011

ISBN: 978-3-642-19279-1

Beschreibung: Dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau entstehen durch Produktpiraterie jährlich Umsatzverluste in Höhe von 7 Milliarden Euro. In einer Umfrage des Branchenverbandes VDMA geben zwei Drittel der Maschinenbauer an, von illegalen Nachbauten betroffen zu sein. Das Handbuch "Schutz vor Produktpiraterie" beschreibt praxisnah, welche ganzheitlichen Möglichkeiten bestehen, um sich effizient gegen Imitatoren zu wehren. Es werden praktische, organisatorische, technische und juristische Maßnahmen zum Aufbau einer nachhaltigen Know-how-Schutzstrategie gegeben, die nicht nur die Produkte sondern auch die Unternehmensprozesse in den Mittelpunkt stellen. So ist es möglich, ein - auf die spezifische Risikosituation des Unternehmens - zugeschnittenes Maßnahmenpaket zu schnüren. Ein ausführliches Best Practice-Beispiel der Festo AG & Co. KG unterstreicht die Praxistauglichkeit. Fazit: Direkt umsetzbare, praxisnahe Anwendungs- und Implementierungsempfehlungen für produzierende Unternehmen durch Maßnahmensammlung zum Know-how-Schutz und die Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen und Innovationsführern im Maschinen- und Anlagenbau.

Wirksamer Schutz gegen Produktpiraterie im Unternehmen - Piraterierisiken erkennen und Schutzmaßnahmen umsetzen, Band 3 der Reihe Innovationen gegen Produktpiraterie

Autor: Abele, E.; Albers, A.; Günthner, W. (Hrsg.)

Verlag: VDMA-Verlag

Erscheinungsjahr: 2010, November

ISBN: 978-3-8163-0603-0

Beschreibung: Dieser Band enthält die Ergebnisse aus den Verbundprojekten ProOriginal, KoPira, KoPiKomp und ProAuthent. Er beinhaltet: - Strategien zum durchgängigen Produktschutz für Unternehmen, - Handlungsleitfaden, z. B. zur Durchführung einer schnellen Bedarfsanalyse, - Herangehensweise bei der Implementierung einer Anti-Piraterie-Balanced-Scorecard. Dazu - rundet eine Einführung in juristische Handlungsfelder das Werk ab.

Wirksamer Schutz gegen Produktpiraterie im Unternehmen - Piraterierisiken erkennen und Schutzmaßnahmen umsetzen, Band 3 der Reihe Innovationen gegen Produktpiraterie

Autor: Abele, E.; Albers, A.; Günthner, W. (Hrsg.)

Verlag: VDMA-Verlag

Erscheinungsjahr: 2010, November

ISBN: 978-3-8163-0603-0

Beschreibung: Dieser Band enthält die Ergebnisse aus den Verbundprojekten ProOriginal, KoPira, KoPiKomp und ProAuthent. Er beinhaltet: - Strategien zum durchgängigen Produktschutz für Unternehmen, - Handlungsleitfaden, z. B. zur Durchführung einer schnellen Bedarfsanalyse, - Herangehensweise bei der Implementierung einer Anti-Piraterie-Balanced-Scorecard. Dazu - rundet eine Einführung in juristische Handlungsfelder das Werk ab.

Präventiver Produktschutz - Leitfaden und Anwendungsbeispiele

Autor: Gausemeier, J.; Glatz R.; Lindemann, U.

Verlag: Carl Hanser Verlag München

Erscheinungsjahr: 2012

ISBN: 978-3-446-43043-3

Beschreibung: Produktpiraterie ist eine enorme Bedrohung für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Investitionsgüterindustrie. Zum Schutz vor Produktpiraterie bedarf es der Entwicklung innovativer, technischer Schutzmaßnahmen und ganzheitlicher Schutzkonzepte. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang 2008 im Rahmen der Hightech-Strategie 2020 die Forschungsoffensive "Innovationen gegen Produktpiraterie" initiiert. Innovative Unternehmen, Forschungsinstitute und Dienstleister haben in zehn Verbundprojekten neue wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen erarbeitet. Das Buch "Präventiver Produktschutz" bietet eine kompetente Aufbereitung der Projektergebnisse und zeigt anhand von praxiserprobten Beispielen, wie Schutzkonzepte erarbeitet und implementiert werden.

Innovationen gegen Produktpiraterie, Portraits der ausgewählten Projekte

Autor: Wieczorek, I., Laraia, E., Steinebrunner, E.

Verlag: Zu beziehen beim Projektträger Karlsruhe (PTKA-PFT), E-Mail: jasmin.michalzik@kit.edu

Erscheinungsjahr: 2010

Beschreibung: Innovationen gegen Produktpiraterie - Handout der Abschlussveranstaltung am 16. November 2010 im Haus der Deutschen Wirtschaft, Berlin. Portraits der ausgewählten Projekte im BMBF-Programm "Forschung für die Produktion von morgen". Produktpiraterie ist eine enorme Bedrohung für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang 2008 die Forschungsoffensive "Innovationen gegen Produktpiraterie" gestartet. Innovative Unternehmen der Investitionsgüterindustrie, Forschungsinstitute und einschlägige Dienstleister haben in zehn Verbundprojekten neue, besonders wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen erarbeitet.

Ansprechpartner