Produkt-Piraterie-Prävention - Ganzheitliche Schutzmaßnahmen und Schadensrisikobewertung
Kurzfassung:
Der volkswirtschaftliche Schaden durch Produktpiraterie ist sehr hoch. Prävention in Kombination unterschiedlicher organisatorischer, technischer und betriebswirtschaftlicher Methoden bieten die größten Potenziale zur Verhinderung von Piraterieangriffen. Ziel des Vorhabens war deshalb die Entwicklung eine Methodik, die es Unternehmen erlaubt, eine technologische und wirtschaftliche Entscheidung für Produktschutzmaßnahmen zu treffen. Das Instrumentarium besteht aus einer an die FMEA angelehnte Methode zur Identifikation von Piraterie-Risiken und einem Katalog von Schutzmöglichkeiten. Ein weiters Modul beinhaltet eine Methode zur wirtschaftlichen Bewertung des Produktschutzkonzeptes, das Elemente und Vorgehensweise der Balanced Score Card aufgreift. Damit wird eine Methode zur Implementierung von konstruktiven und strategischen Aspekten des Produktschutzes in den Produktentstehungsprozess geschaffen. Konkrete Schutzmaßnahmen der beteiligten Firmen können mit diesem Instrumentarium über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg bewertet werden.
www: http://www.kopira.de
Dipl.-Ing. Leif Marxen
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) CS
Tel.: +49 721 608-43953
E-Mail: leif.marxen@kit.edu
Ansprechpartner bei PTKA-PFT:
Dipl.-Ing. Ulrike Kirsten
Tel.: +49 351 463-31411
E-Mail: ulrike.kirsten@kit.edu
Der Schutz vor Produktpiraterie ist eine Voraussetzung für das Wachstum deutscher Unternehmen auf den globalen Märkten. Neben Imageschäden durch Nachahmer- bzw. Plagiatprodukten wegen Qualitätsmängel und in Folge von Kundenreklamationen, kommen Umsatzeinbußen dazu. Diesem unlauteren Wettbewerb durch Produktpiraterie setzten die Projektpartner von KoPira einen wirksamen und innovativen Schutz entgegen.
Es wurde insbesondere für KMU ein Methodenbündel entwickelt, um Innovationen auch langfristig auf dem globalen Markt effizient zu schützen und dabei die Wirtschaftlichkeit von Schutzmaßnahmen zu betrachten. Die Methoden bieten Möglichkeiten zur:
- systematischen Analyse der Piraterierisiken und Auswahl präventiver Schutzmaßnahmen,
- schnellen Bedarfsanalyse,
- Kosten-Nutzen-Bewertung von Schutzmaßnahmen,
- strategischen Verankerung für den nachhaltigen Schutz vor Produktpiraterie im Unternehmen.
Als Ergebnisse liegen folgende Tools vor:
1. Piraterierisiko- und Maßnahmenanalyse (PRMA): Um einen Schadensfall abzuwenden muss zuerst verstanden werden, welche Produkteigenschaften das Piraterierisiko maßgeblich beeinflussen und welche Maßnahmen diese Risiken verringern. Basierend auf der Failure Mode and Effect Analysis (FMEA) wurde dazu die Piraterierisiko- und Maßnahmenanalyse (PRMA) entwickelt.
2. Kosten-Nutzen-Rechnungstool: Zur Auswahl und Umsetzung von Schutzmaßnahmen ist auch eine wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Bewertung von großer Bedeutung, da davon ausgegangen werden muss, dass Kunden nicht bereit sind, die Mehrkosten für einen integrierten Produktschutz zu tragen. Im Rahmen von KoPira wurde deshalb dieses Softwaretool zur systematischen Kosten-Nutzen-Bewertung entwickelt.
3. Anti-Piraterie-Balanced-Score-Card: Mit diesem Instrument wurde ein Controlling-Instrument entwickelt, das langfristig den effizienten Einsatz von Schutzmaßnahmen im Unternehmen steuert.
4. DasQuick-Check-Tool dient einer schnellen Bedarfsanalyse. Über einen Fragebogen werden typische Risikobereiche, die zu Know-how-Abfluss und damit zu Produktpiraterie fuhren können, schnell und effizient abgefragt, bewertet und priorisiert. Damit können zeitnah besonders gefährdete Bereiche angegangen oder auch einfach der grundsätzliche Bedarf für eine detaillierte Analyse abgeklärt werden.
Die Ergebnisse sind breit anwendbar und werden durch die begleitenden Forschungsinstitute für die Anwendung in anderen Unternehmen und Wirtschaftsbereichen auf der Innovationsplattform www.conimit.de und auf www.kopira.de zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des KoPira- Industriearbeitskreises, der vom VDI- Bezirksverein Karlsruhe geleitet wird, werden die Erfahrungen und Ergebnisse an interessierte und betroffene Unternehmen transferiert.