Verbundprojekt

MobilAuthent

Supply-Chain-übergreifende Services für die fälschungssichere Produkt-Authentifizierung und -Verfolgung

Kurzfassung:

Das zentrale Ziel des Projektes besteht in dem Aufbau eines branchenübergreifenden globalen Dienstes zur eindeutigen Kennzeichnung und Authentifizierung technischer Produkte in der gesamten Supply Chain der produzierenden Industrie. Parallel dazu werden innovative Lösungen zur Einbettung von RFID-Tags in verschiedene Produktwerkstoffe und zur fälschungssicheren kryptographischen Kodierung erforscht. Die Definition von Richtlinien zur Auslegung integrierter Schutzkonzepte in der gesamten Zuliefer-/Logistikkette und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für die Verwertung des neuen Authentifizierungsdienstes runden das Projekt ab. Das Projekt leistet im Wettbewerbsfeld:"Innovationen gegen Produktpiraterie" einen Beitrag zum präventiven Plagiatschutz.

www: http://www.mobilauthent.de

Projektdauer: 01.07.08 - 31.03.12

Projektkoordinator:

Werner Hanning
novero GmbH
Tel.: +49 211 94127721
E-Mail: werner.hanning@novero.com

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Des. Christiane Peters
Tel.: +49 721 608-25277
E-Mail: christiane.peters@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung
Vor dem Hintergrund steigender Anzahl von Produktfälschungen, die nicht nur Konsumgüter, sondern zunehmend auch industrielle Erzeugnisse aus dem Investitionsgüter-Bereich betreffen und der schwierigen Durchsetzung von Rechtsansprüchen im Ausland, gewinnen technische Schutzmaßnahmen gegen Produktpiraterie für produzierende Betriebe immer mehr an Bedeutung. Während immaterielle Produkte, wie z.B. Software, ohne Qualitätsverluste gefälscht werden können, werden materielle Industrie-Produkte teilweise ohne Einhaltung von Sicherheitsstandards nachgebaut und auf rechtsverletzende Weise unter dem Original-Markennamen des betroffenen Unternehmens vertrieben. Neben dem dabei entstehenden finanziellen Schaden durch die verlorenen Märkte leiden die OEM-Hersteller und die Zulieferer unter einem enormen Imageverlust. Die bestehenden Schutzmechanismen bieten bisher entweder keinen ausreichenden Schutz an oder sind in der Anwendung insbesondere für kleinere Betriebe zu teuer oder ihre Umsetzung dauert über einen langen Zeitraum. Zum anderen haben viele der eingesetzten Methoden den Nachteil, dass die Produktmarkierungen einen direkten Sichtkontakt voraussetzen, wodurch auch sehr aufwendige Sicherheitsvorkehrungen ausgelesen und anschließend gefälscht werden können.

Projektziele
Das Ziel des Projektes MobilAuthent ist es, durch den Aufbau eines branchenübergreifenden, kostengünstigen, fälschungssicheren und schnell einsetzbaren Authentifizierungsservices den produzierenden Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre physischen Erzeugnisse durch geeignete technische Mittel als Originale oder als Unikate zu kennzeichnen und entlang der gesamten Vertriebs- und Logistikkette zu verfolgen. Dabei wird besonders Wert darauf gelegt, dass dieser Service auch und gerade für KMU wirtschaftlich und effizient anwendbar ist. Des Weiteren soll ein Dienstleistungskonzept ausgearbeitet werden, indem ein neutraler Serviceanbieter den Herstellern einen Authentifizierungsservice unternehmens- und branchenübergreifend zur Verfügung stellt. Auf Basis dieses Konzeptes wird auch ein Geschäftsmodell für die Produkt- Authentifizierung entwickelt.
Das zu entwickelnde Schutzkonzept soll alle Glieder der gesamten Zulieferer-Kette und auch Ersatzteile-Zulieferer umfassen und auf Vertriebs- und Logistikkette ausgeweitet werden.

Vorgehensweise
Um der Komplexität der Aufgabe und den Qualitätsanforderungen an die Ergebnisse gerecht zu werden, unterteilt sich das Gesamtprojekt in die Phasen Analyse, Konzept, Erprobung, Systematisierung/Transfer sowie in insgesamt 14 Arbeitspakete. Als erster Schritt erfolgt eine detaillierte Analyse der Ausgangssituation, die als Basis der Konzeptentwicklung dient. In dieser Phase wird neben der Recherche der aktuellen internationalen Gesetzeslage und relevanten Patente auch detaillierte Bedarfsermittlung unter Einbeziehung des Bundes-Zolls durchgeführt. Die wesentlichen Eckpunkte aus der Analysephase - gesetzliche und technische Randbedingungen, Schnittstellenparameter - werden in Form des Lasten- und Pflichtenheftes dokumentiert. Die Konzept- und Entwicklungsphase konzentriert sich zum einen auf die Entwicklung fälschungssicherer Kodierungsverfahren für RFID-Chips sowie die Konzipierung des Geschäftsmodells für den Authentifizierungsdienst. Zum anderen werden die organisatorischen und informations-technischen Abläufe in der Supply Chain der produzierenden Unternehmen unter der Berücksichtigung der neuen Authentifizierungstechnologie
definiert. Die parallel zu entwickelnde Hardware - mobile Authentifizierungsgeräte und RFID-Labels - runden das Aufgabenspektrum in dieser Phase ab. Darauf aufbauend erfolgt die Umsetzung und Anpassung der Konzepte unter Laborbedingungen sowie die anschließende Validierung der Ergebnisse im praxisnahen industriellen Umfeld.

Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Die wesentlichen Ergebnisse aus dem Projekt MobilAuthent sind:
- Ein sicherer, kostengünstiger, benutzerfreundlicher, kurzfristig einsetzbarer und prototypisch erprobter Produkt
Authentifizierungsservice
- Mögliche Produktverfolgung in der gesamten Supply Chain der produzierenden Industrie sowie Vertriebs- und Logistikkette
(Kennzeichnungstechnologie und Lesegerät)
- Ein ganzheitliches IT-Sicherheitskonzept (Software und IT-Security)
- Ein Geschäftsmodell für die unternehmens- und branchenübergreifende Produkt-Authentifizierung auf Basis der offenen
Lizenzstruktur durch einen neutralen Serviceanbieter
- Methoden zur Auslegung von Supply Chain-spezifischen Piraterieschutz-Konzepten (Grundlagen zur Auswahl,
Entwicklung und Anwendung von Schutzkonzepten)
Bei erfolgreichem Abschluss des Projektes stehen den Partnern einerseits die Grundlagen zur Auswahl, Entwicklung und Anwendung von Schutzkonzepten in Form eines Leitfadens zur Verfügung. Andererseits werden die erarbeiteten Grundlagen an einem konkreten Beispielprodukt, dem Authentifizierungsservice im Konsortium prototypisch umgesetzt. Das Produkt setzt sich zusammen aus der eigentlichen Kennzeichnungstechnologie mit entsprechender Software und IT-Security, dem Lesegerät und dem neutralen Service.

Publikationen

Kennzeichnungstechnologien zum wirksamen Schutz gegen Produktpiraterie, Band 2 der Reihe Innovationen gegen Produktpiraterie

Autor: Abramovici, M.; Overmeyer, L.; Wirnitzer, B. (Hrsg.)

Verlag: VDMA-Verlag

Erscheinungsjahr: 2010, November

ISBN: 978-3-8163-0602-6

Beschreibung: In diesem Fachbuch werden die wichtigsten Verfahren, mit denen Produkte und Systeme durch fälschungssichere Kennzeichnung, z. B. mit Hilfe von RFID und eines stochastischen EpiCodes, über den gesamten Produktlebenszyklus authentifiziert und überwacht werden können, dargestellt.

Präventiver Produktschutz - Leitfaden und Anwendungsbeispiele

Autor: Gausemeier, J.; Glatz R.; Lindemann, U.

Verlag: Carl Hanser Verlag München

Erscheinungsjahr: 2012

ISBN: 978-3-446-43043-3

Beschreibung: Produktpiraterie ist eine enorme Bedrohung für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Investitionsgüterindustrie. Zum Schutz vor Produktpiraterie bedarf es der Entwicklung innovativer, technischer Schutzmaßnahmen und ganzheitlicher Schutzkonzepte. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang 2008 im Rahmen der Hightech-Strategie 2020 die Forschungsoffensive "Innovationen gegen Produktpiraterie" initiiert. Innovative Unternehmen, Forschungsinstitute und Dienstleister haben in zehn Verbundprojekten neue wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen erarbeitet. Das Buch "Präventiver Produktschutz" bietet eine kompetente Aufbereitung der Projektergebnisse und zeigt anhand von praxiserprobten Beispielen, wie Schutzkonzepte erarbeitet und implementiert werden.

Innovationen gegen Produktpiraterie, Portraits der ausgewählten Projekte

Autor: Wieczorek, I., Laraia, E., Steinebrunner, E.

Verlag: Zu beziehen beim Projektträger Karlsruhe (PTKA-PFT), E-Mail: jasmin.michalzik@kit.edu

Erscheinungsjahr: 2010

Beschreibung: Innovationen gegen Produktpiraterie - Handout der Abschlussveranstaltung am 16. November 2010 im Haus der Deutschen Wirtschaft, Berlin. Portraits der ausgewählten Projekte im BMBF-Programm "Forschung für die Produktion von morgen". Produktpiraterie ist eine enorme Bedrohung für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland. Deshalb hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Anfang 2008 die Forschungsoffensive "Innovationen gegen Produktpiraterie" gestartet. Innovative Unternehmen der Investitionsgüterindustrie, Forschungsinstitute und einschlägige Dienstleister haben in zehn Verbundprojekten neue, besonders wirkungsvolle Maßnahmen gegen die Nachahmung von Maschinen, Dienstleistungen und Ersatzteilen erarbeitet.

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