Wandlungsfähigkeit durch modulare Produktionssysteme
Kurzfassung:
Das Ziel des Verbundprojektes ist die Entwicklung und Implementierung einer ganzheitlichen Methode zur Gestaltung optimaler Wandlungsfähigkeit von Produktionssystemen. Bestehende Produktionssysteme werden innerhalb der drei Dimensionen Technologie, Organisation und Personal modularisiert. Unter besonderer Berücksichtigung von Kosten-Nutzen-Aspekten werden hieraus optimal wandlungsfähige, modulare Produktionssysteme konfiguriert und in das Gesamtsystem eines Unternehmens eingegliedert. Die Methodik unterstützt sowohl kontinuierliche als auch diskontinuierliche Wandlungsmaßnahmen.
Dipl.-Soz.-Päd. Klaus Herrmann
FESTO Lernzentrum Saar GmbH
Tel.: 06894 591-7437
E-Mail: herm@de.festo.com
Ansprechpartner bei PTKA-PFT:
Dipl.-Ing. Barbara Mesow
Tel.: +49 351 463-31428
E-Mail: barbara.mesow@kit.edu
Zeit: 26.09.13
Ort: Mannheim
Beschreibung:
Wandlungsfähigkeit gilt als ein zentraler Wettbewerbsfaktor für produzierende Unternehmen, um in Zukunft in turbulenten Märkten bestehen zu können. In diesem Zusammenhang mangelt es jedoch an praxistauglichen, durchgängigen Gesamtlösungen zur ganzheitlichen Optimierung der Auftragsabwicklung und aller Elemente des Produktionssystems.
Die Projektpartner laden Sie herzlich zur Veranstaltung "Turbulenzen meistern! Wandlungsfähige Produktionssysteme -
made in Germany" ein und freuen sich, Ihnen verschiedene Methoden und Werkzeuge zur Beherrschung von steigenden und dynamischen Anforderungen vorzustellen. Die in den beiden Projekten WamoPro (Wandlungsfähigkeit durch modulare Produktionssysteme) und WPSlive (Wandlungsfähige Produktionssysteme live) entwickelten praxiserprobten Lösungen werden anschaulich anhand von Vorträgen und Demonstratoren dargestellt. Konfigurierte modulare Produktionssysteme werden nach einer Kosten-/Nutzen-Bewertung von Konfigurationsalternativen in das Gesamtsystem eines Unternehmens eingegliedert und realisiert.
Erfahren Sie live im Produktionsumfeld, wie Wandlungsfähigkeit gelebt, gestaltet und umgesetzt werden kann!
Kontakt: Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Wochinger, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung - IPA
Problemstellung
Eine Vielzahl an bereits bekannten Wandlungstreibern, wie z.B. sich ändernde Produkt- und Marktanforderungen, neue Technologieentwicklungen sowie schwankende Stückzahlen wirken auf die Produktionssysteme deutscher Industrieunternehmen ein. Sie lösen einen Wandlungsbedarf aus, der von Unternehmen zwar wahrgenommen wird, jedoch in Richtung und Intensität nicht messbar ist. Dieser Wandlungsbedarf entsteht meist kontinuierlich. Oft kann es jedoch auch zu gravierenden Innovationssprüngen (diskontinuierlicher Wandel) kommen. Vor diesem Hintergrund gilt es, die aktive Gestaltung der Wandlungsfähigkeit als stetigen und kontinuierlichen Verbesserungs- bzw. Wandlungsprozess zu verstehen. Um schnell agieren und reagieren zu können, sollten einem Unternehmen technologisch und organisational umsetzbare, betriebswirtschaftlich rentable Handlungsoptionen zur Verfügung stehen.
Projektziele
Ziel des Verbundprojekts ist die Entwicklung und Validierung eines proaktiven Wandlungsmanagements für modulare Produktionssysteme. Ein zu entwickelnder Methodenbaukasten unterstützt die Modularisierung bestehender Produktionssysteme innerhalb der Dimensionen Technik, Organisation und Personal und deren Konfiguration zu optimal wandlungsfähigen, modularen Produktionssystemen. Dabei kann sowohl kontinuierlicher als auch diskontinuierlicher, sprunghafter Wandlungsbedarf berücksichtigt werden. Das auf Basis ermittelter Wandlungsfaktoren entstehende Frühwarnsystem gibt rechtzeitig Impulse zur Einleitung von notwendigen Wandlungsmaßnahmen. Eine methodisch unterstützte Kosten-Nutzen-Bewertung wird eine Entscheidungsunterstützung für die Auswahl der wirtschaftlichsten Gestaltungsmaßnahmen bieten.
Vorgehensweise
Die Idee zu dem Verbundvorhaben baut auf dem Grundgedanken des technischen Modularisierungsansatzes auf. Jedoch sollen nicht nur die technischen Einheiten eines Produktionssystems modularisiert werden. In den Fokus gelangen auch Organisation und Personal. Entstehende Technik-, Organisations- und Personal-Module werden zu optimal wandlungsfähigen, modularen Produktionssystemen konfiguriert, in der Praxis erprobt und validiert. Begleitend dazu wird eine angepasste Kosten-Nutzen-Betrachtung auf Basis des Realoptionsansatzes erarbeitet. Zusammen mit dem zu entwickelnden Frühwarnsystem unterstützt diese die Synchronisation der Module und ermöglicht die wirtschaftliche Bewertung von Wandlungsmaßnahmen. Zudem wird ein Selbstbewertungstool entstehen, welches Unternehmen eine schnelle und einfache Beurteilung ihrer eigenen Wandlungsfähigkeit ermöglicht. Im letzten Schritt erfolgt die Zusammenstellung aller entwickelten und erprobten Methoden, Werkzeuge und Instrumente in einem praxisorientierten Methodenbaukasten zur Bewältigung sowohl des kontinuierlichen als auch des diskontinuierlichen Wandlungsbedarfs.
5. Ergebnisse und Anwendungspotenzial
In fünf, in Branchenzugehörigkeit und Größe sehr unterschiedlichen Industrieunternehmen wird die Entwicklung, Umsetzung und Verwertung eines proaktiven Wandlungsmanagements für modulare Produktionssysteme demonstriert. Dabei kann sowohl kontinuierlicher als auch diskontinuierlicher, sprunghafter Wandlungsbedarf berücksichtigt werden.
Neben der Modularisierung und Konfiguration modularer Produktionssysteme in den Pilotbereichen der Anwender wird am Projektende als Ergebnis ein umfangreicher Methodenbaukasten vorliegen, welcher Methoden, Konzepte und Werkzeuge zur:
- Identifizierung und Bewertung von Wandlungsfa
ktoren
- Modularisierung und Konfiguration wandlungsfähiger Produktionssysteme
- Kosten-Nutzen-Bewertung sowohl der Konfigurations- als auch der späteren Handlungsoptionen hinsichtlich notwendiger Wandlungsmaßnahmen
- Frühwarnung vor entstehendem Wandlungsbedarf
- Selbstbewertung des Reifegrades der Wandlungsfähigkeit
umfasst.
Alle entwickelten und durch die Verbundpartner validierten Methoden werden als Komplettpaket zusammengeführt, an Praxiseinsatzfällen verdeutlicht und in Form eines Leitfadens veröffentlicht. Entwickelte Werkzeuge und Instrumente werden in das Softwaretool eGPS der Deutschen MTM-Gesellschaft integriert. Die Umsetzung in das SW-Tool erproben die Industriepartner des Verbundes während des Projektes. Basierend auf dem Methodenpool entwickeln die Verbundpartner Festo Lernzentrum und MTM GmbH Schulungs- und Beratungskonzepte und setzen diese nach Ende des Projekts am Markt um.