Verbundprojekt

WPSlive

Ein wandlungsfähiges, sozio-technisches Produktionssystem

Kurzfassung:

Ziel des Vorhabens WPSlive ist es, Methoden und Prozesse sowie deren softwaretechnische Unterstützung zu entwickeln und prototypisch zu implementieren, die Unternehmen bei einer anforderungsgerecht wandlungsfähigen Abwicklung ihrer Kundenaufträge unterstützen. Dieses Ziel soll durch eine durchgängige Synchronisation der Auftragsabwicklung im Sinne einer Taktung erreicht werden. Das bereits bei diesen Fertigungstypen vor allem in der Montage verbreitete Taktprinzip wird auf sämtliche Auftragsabwicklungsprozesse und Produktionsprozesse erweitert; beginnend bei der Produktkonfiguration über die Auftragsspezifikation bis hin zur Fertigung und Montage des Endprodukts. Auftragsbestandsabhängige Personaleinsatzmodelle und erforderliche Qualifizierungsprozesse, die sich dem Taktmodell unterordnen, stellen dabei eine wichtige Grundvoraussetzung für die Erreichung des Ziels dar.

www: http://www.wpslive.de

Projektdauer: 01.09.10 - 30.09.13

Projektkoordinator:

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Wochinger
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung - IPA
Tel.: +49 711 970-1243
E-Mail: wochinger@ipa.fraunhofer.de

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christel Schwab
Tel.: +49 721 608-25288
E-Mail: christel.schwab@kit.edu

 

Termine

Abschlussveranstaltung "Turbulenzen meistern! Wandlungsfähige Produktionssysteme - made in Germany"

Zeit: 26.09.13

Ort: Mannheim

Beschreibung:
Wandlungsfähigkeit gilt als ein zentraler Wettbewerbsfaktor für produzierende Unternehmen, um in Zukunft in turbulenten Märkten bestehen zu können. In diesem Zusammenhang mangelt es jedoch an praxistauglichen, durchgängigen Gesamtlösungen zur ganzheitlichen Optimierung der Auftragsabwicklung und aller Elemente des Produktionssystems. Die Projektpartner laden Sie herzlich zur Veranstaltung "Turbulenzen meistern! Wandlungsfähige Produktionssysteme - made in Germany" ein und freuen sich, Ihnen verschiedene Methoden und Werkzeuge zur Beherrschung von steigenden und dynamischen Anforderungen vorzustellen. Die in den beiden Projekten WamoPro (Wandlungsfähigkeit durch modulare Produktionssysteme) und WPSlive (Wandlungsfähige Produktionssysteme live) entwickelten praxiserprobten Lösungen werden anschaulich anhand von Vorträgen und Demonstratoren dargestellt. Konfigurierte modulare Produktionssysteme werden nach einer Kosten-/Nutzen-Bewertung von Konfigurationsalternativen in das Gesamtsystem eines Unternehmens eingegliedert und realisiert. Erfahren Sie live im Produktionsumfeld, wie Wandlungsfähigkeit gelebt, gestaltet und umgesetzt werden kann!

Kontakt: Dipl.-Wirtsch.-Ing. Thomas Wochinger, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung - IPA

Detaillierte Projektbeschreibung

1. Problemstellung:
Produzierende Unternehmen in Deutschland sehen sich heute immer kurzfristiger werdenden Anforderungsänderungen seitens des Marktes gegenüber. Diese müssen sie einerseits durch die Bereitstellung und Nutzung hoher technologischer Flexibilität und Wandlungsfähigkeit der Produktion erfüllen. Darüber hinaus sind jedoch vor allem organisatorische und prozessbezogene Reaktionsmechanismen innerhalb eines sozio-technischen Produktionssystems (d.h. Mensch und Technologie agieren gemeinsam) erforderlich, um die komplexe Auftragsabwicklung als Ganzes in der variantenreichen Einzel-und Serienfertigung wandlungsfähig auszulegen.
2. Projektziele:
Ziel von WPSlive ist die optimale Ausgestaltung der Auftragsabwicklungsprozesse hinsichtlich erhöhter Wandlungsfähigkeit. Das heißt, im Ergebnis werden die Unternehmen befähigt, über den bisherigen verfügbaren Reaktionsspielraum hinaus auf Wandlungsanforderungen des Marktes reagieren zu können. Ergebnis ist ein Referenzmodell, das den Auftragsabwicklungsprozess für unterschiedliche Fertigungstypen in jeweils unterschiedlichen Prozessabschnitten abbildet. Hierbei werden im Referenzmodell ausgehend von der Identifikation von Wandlungstreibern und daraus abgeleiteter Wandlungsbedarfe hinsichtlich des Auftragsabwicklungsprozesses Vorgehensmodelle entwickelt. Daraus abgeleitet werden sowohl robuste (d.h. dauerhaft stabile) als auch wandlungsfähige Methoden und Prozesse für die Erhöhung der Wandlungsfähigkeit entlang des Auftragsabwicklungsprozesses generiert und validiert und zu einem Baukasten zusammengefasst. Der Betrachtungsgegenstand umfasst hierbei sowohl die Produktion und Montage als auch die ihr vorgelagerten Bereiche wie Auftragskonfiguration, Entwicklung oder Arbeitsvorbereitung. Auch notwendige Rahmenbedingungen im Bereich der Personalorganisation und -qualifizierung werden berücksichtigt, um die Potenziale eines sozio-technischen Produktionssystems hinsichtlich Wandlungsfähigkeit ganzheitlich zu erschließen. Die Unterstützung der Steigerung von Wandlungsfähigkeit durch die Methoden wird zusätzlich mit Hilfe von Werkzeugen gewährleistet. Umfassende Lastenhefte bzgl. Funktionsanforderungen für die Unterstützung einer wandlungsfähigen Auftragsabwicklung, ergänzen den Methoden- und Prozessbaukasten. Ein nicht zu vernachlässigender Punkt in der heutigen Wirtschaftswelt sind betriebswirtschaftliche Überlegungen unter Kosten- und Liquiditätsgesichtspunkten. Die Verknüpfung der betriebswirtschaftlichen mit der produktionsorganisatorischen Sichtweise ist ein weiterer Schwerpunkt im Forschungsprojekt. Hierbei wird insbesondere auf die Darstellung Kosten- und Liquiditätswirkung erhöhter Wandlungsfähigkeit eingegangen. Es werden Szenarien entwickelt die mit Hilfe eines Simulationstools validiert und visualisiert werden können.
3.Vorgehensweise:
Das soziotechnische Produktionssystem WPSlive, wird innerhalb dreier Industrieanwendungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten am Auftragsabwicklungsprozess entlang entwickelt und validiert und als industrieorientiertes Referenzmodell dargestellt. Daneben müssen die oben genannten Fragestellungen der Auftragsabwicklung auch aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten untersucht werden. Daher ist die Betrachtung betriebswirtschaftlicher Aspekte hinsichtlich wandlungsfähiger Szenarien zu untersuchen: Welche Kosten verursachen Maßnahmen zur Erhöhung der Wandlungsfähigkeit bzw. im Umkehrschluss wie wirkt sich erzielte Wandlungsfähigkeit hinsichtlich der
positiven monetären Entwicklung im Unternehmen aus. Die drei Anwendungsfälle decken unterschiedliche Taktbreiten ab: Daimler (Motorenwerk Mannheim): Minutentakt (Serienfertigung), Homag/MAG: Stunden/Schicht-Takt, MAN: Tages/Wochentakt. Alle drei haben eine hohe Produktvarianz teilweise mit sehr hohem Kundenänderungseinfluss zu bewältigen. Dazu sind drei IT-Unternehmen eingebunden, die in den unterschiedlichen Schwerpunkten im Auftragsabwicklungsprozess wandlungsfähige Abläufe durch innovative Softwarefunktionalitäten unterstützen. Das sehr anwendungsnahe Projekt wird durch Industriearbeitskreise begleitet, die eine Transferierbarkeit der Ergebnisse auf andere Branchen sowie kleine und mittelständische Unternehmen sicherstellen sowie die Relevanz auf Arbeitsorganisation und Qualifiizierung beurteilen.
4. Ergebnisse und Anwendungspotential:
Ergebnis sind Modelle und Vorgehensweisen sowie IT-Anforderungen und deren prototypische Umsetzung für die folgenden drei Einsatzfelder: Synchronisation von Produktion und den vorgelagerten Prozessen (Angebotswesen, Kundenauftragsverwaltung, Produktkonfiguration, etc.) für maximale Wandlungsfähigkeit in der Auftragskonfiguration sowie Synchronisationsbedarf von Konstruktion, Entwicklung und Fertigung für eine wandlungsfähige Produktions- und Montageplanung und -steuerung und Wandlungsfähige Montagesysteme und adäquate Qualifizierungsmodelle /-methoden für die Montagearbeiter sowie wandlungsfähige Personaleinsatzmodelle Das sehr anwendungsnahe Projekt wird durch zwei offene Industriearbeitskreise begleitet. Ein Industriearbeitskreis soll die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Branchen sowie kleine und mittelständische Unternehmen sicherstellen. Der zweite Industriearbeitskreis unter Mitwirkung der Arbeitnehmervertretungen und der Tarifvertragsparteien soll die Relevanz auf Arbeitsorganisation und Qualifizierung beurteilen.

Ansprechpartner