Verbundprojekt

WinD

Wandlungsfähig durch Integrationsfähigkeit und Differenziertheit

Kurzfassung:

Im Maschinenbau treffen kaum beherrschbare Variantenvielfalt und verkürzte Produktlebenszyklen auf zahlreiche Steuerungsprozesse und stellen Organisation und Informationssysteme vor einen hohen Koordinationsaufwand. Der menschliche Organismus mit reflexartigen wie auch bewussten Koordinationsmechanismen gilt in der Managementkybernetik als ideales Vorbild einer funktionierenden, komplexen Organisation. WInD soll diese Fähigkeiten in einem Produktionssystem nachbilden.

www: http://www.win-d.de

Projektdauer: 15.06.10 - 14.06.13

Projektkoordinator:

Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Günther Schuh
RWTH Aachen
Tel.: +49 241 47705-103
E-Mail: guenther.schuh@fir.rwth-aachen.de

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Ing. Thomas Rosenbusch
Tel.: +49 721 608-25273
E-Mail: thomas.rosenbusch@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

1. Problemstellung
Der Maschinen- und Anlagenbau bildet das Rückgrat des Industriestandortes Deutschland. Er muss sich einem dynamischen und globalen Wettbewerb stellen. Neben kurzen Lieferzeiten und hoher Termintreue bilden ein umfangreiches Produktportfolio sowie auf spezifische Kundenwünsche schnell reagieren zu können, essentielle Wettbewerbsvorteile. Derzeit vorhandene, heterogen aufgebaute IT-Landschaften zur Auftragsabwicklung beinhalten erhebliche Schwachstellen in der Datenbereitstellung. Zudem verhindern die heutigen Planungs- und Steuerungsmethoden durch die unzureichende Verknüpfung der Planungsebenen eine wirtschaftliche Koordination der Auftragsabwicklung. Unterliegen die Prozesse innerhalb der Planungsebenen noch zusätzlich permanenter Dynamik, ist mit unzureichenden Planungsergebnissen zu rechnen.

2. Projektziele
Wie kann ein wandlungsfähiges Produktionssystem bei so vielen Restriktionen effektiv bleiben? Das Forschungsprojekt WInD orientiert sich an einem erfolgreichen Vorbild: Der menschliche Organismus ist ein gereiftes, zuverlässiges und lebensfähiges System ¿ eine Organisation ¿par excellence¿. Er kann Informationen aus seiner Umgebung verwerten, sich an seine Umgebung anpassen, sich selbst schützen und dazulernen. Permanente Informationstransparenz ermöglicht Re-flexe bei Gefahr aber auch voraus-schauendes Handeln. Der menschliche Organismus besitzt somit ein adäquates Repertoire an Koordinationsmechanismen.
3. Vorgehensweise
WInD will diese Koordinationsfähigkeit des menschlichen Organismus analog auf Produktionssysteme übertragen. Die Informationstransparenz in Echtzeit durch standardisierte Daten und Standart-schnittstellen befähigt Produktions-systeme, Informationen und Daten aus unterschiedlichen Planungsebenen (an-alog zum Auge, Ohr, Tastsinn) zu ver-arbeiten. Die Fähigkeit des Menschen zur Anpassung an die Umgebung soll in einer neuartigen Planungs- und Steuerungslogik abgebildet werden. Sie soll verbesserte Planungsergebnisse ermöglichen, um differenziert auf die Dynamik des Marktes reagieren zu können.
4. Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Für die metallverarbeitenden mittelständischen Unternehmen im Projektverbund und für verwandte Branchen ergeben sich vielversprechende wirtschaftliche Verwertungsaussichten. Auf der einen Seite sind umfangreiche Einsparpotentiale insbesondere im Bereich der Prozess-, Transaktions- und Koordinationskosten zu erwarten. Darüber hinaus wird der entwickelte Identifikationsstandard die Bereitstellung von Ressourcen- und Kapazitätsdaten sowie den Auftragsfortschritt in Echtzeit ermöglichen. Damit wird die unternehmensinterne Transparenz erhöht, die Wandlungsfähigkeit gewährleistet und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gesichert.

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