Verbundprojekt

EUREKA-INFORMAN

Manufacturing Foresight 2000

Kurzfassung:

Ziel des EUREKA-FACTORY-Projektes war es, Technologie-Vorrausschau-Studien für den europäischen Vergleich zu sichten und aufzubereiten. Dies geschah durch eine Sekundäranalyse bereits vorhandener Studien zum Thema. Europäische Partner hierbei sind die Bundesrepublik Deutschland, Belgien, Spanien und Großbritannien. Der deutsche Projektbeitrag verfolgte im wesentlichen drei Ziele: 1. Die Aktivierung des internationalen und nationalen Austauschs zu "Manufacturing-Foresight" 2. Die Orientierung der Entscheidungsträger im Rahmenkonzept "Forschung für die Produktion von morgen" 3. Die Orientierung der Entscheidungsträger in der Industrie. Die Ergebnisse sind zum einen als Studie und zum anderen als Orientierungshilfe durch eine interaktive Internetseite verfügbar.

www: http://www.zukunft-der-produktion.de

Projektdauer: 01.08.00 - 30.04.03

Projektkoordinator:

Dr. rer. pol. Steffen Kinkel
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung - ISI
Tel.: 0721 6809-311
E-Mail: steffen.kinkel@isi.fhg.de

Ansprechpartner bei PTKA-PFT:

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christel Schwab
Tel.: +49 721 608-25288
E-Mail: christel.schwab@kit.edu

 

Detaillierte Projektbeschreibung

Problemstellung
Innerhalb Europas findet sich eine zunehmende Zahl von Forschungsaktivitäten zu der Frage nach der Zukunft der Produktion. Diese Aktivitäten finden jedoch weitgehend isoliert voneinander statt. Das Forschungsfeld des "Manufacturing Foresight" ist in einzelne Akteure mit nur geringem Austausch zersplittert. Dementsprechend sind einige Ergebnisse aus diesem Bereich gar nicht veröffentlicht andere wiederum sind nur in der jeweiligen Landessprache verfügbar. Angesichts dieser unbefriedigenden Situation stellt das Informan 2000 Projekt einen ersten Schritt dar, die bisher in Europa erzielten Ergebnisse zu erfassen und systematisch miteinander zu vergleichen.
Projektziele
Durch die Integration und den Vergleich der verschiedenen Perspektiven sollten die Erkenntnisse darüber verbessert werden, welche Entwicklungen die Produktion in Europa in den nächsten Jahrzehnten prägen könnten und an welchen Punkten Maßnahmen zur Gestaltung dieser Entwicklung sinnvoll ansetzen können.
Vorgehensweise
Das europäische Verbundforschungsprojekt INFORMAN 2000 wurde mit fünf internationalen Partnern im Rahmen von EUREKA-Factory durchgeführt. Der deutsche Teil wurde vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung FhG-ISI in Karlsruhe bearbeitet. Der Ländervergleich zur Zukunft der Produktion stützte sich auf die interdisziplinäre Auswertung zahlreicher Zukunftsstudien zu den Themenfeldern Technologie, Produkt, Organisation und Arbeit in den beteiligten Ländern.

Bedingt durch den interdisziplinären Ansatz und die sehr unterschiedlichen Partner aus Deutschland, England, Spanien, Belgien und Schweden finden sich in der Datenbank nicht nur Übereinstimmungen sondern auch Lücken und Widersprüche: So ist zwar in vielen Studien von neuen Materialien die Rede, die Frage, wie diese verarbeitet werden sollen, wird jedoch weitgehend ignoriert.
Ergänzend zu den internationalen Ländervergleichen wurden im Rahmen des deutschen Teilprojektes die Zukunftsstudien mit der empirisch beobachteten Entwicklung in der Investitionsgüterindustrie in Deutschland der letzten Jahre verglichen. Die Erhebung "Innovation in der Produktion" wurde dazu genutzt, die Visionen mit der Vergangenheit und der heutigen Umsetzung von Technologien und Organisationsformen in der Industrie zu spiegeln. Dabei zeigte sich, dass die Unternehmen meist weniger innovativ sind, als dies die Erwartungen vieler Zukunftsstudien vermuten lassen. Die Modernisierung der Produktion hat eine eher nachgeordnete Priorität und orientiert sich überwiegend am kurzfristigen Bedarf ohne die langfristigen Anforderungen, wie sie in den Zukunftsstudien dargestellt wurden, zu berücksichtigen.

Ergebnisse und Anwendungspotenzial
Das Projekt INFORMAN vermittelte interessante, erste, zum Teil jedoch sehr fragmentarische Eindrücke zur Zukunft der Produktion. Die entstandenen Datenbank im Internet www.Zukunft-der-Produktion.de ermöglicht es Personen aus Wirtschaft und Forschung nach unterschiedlichen Suchkriterien Thesen herauszufiltern, um so die eigenen Vorstellungen zur Zukunft der Produktion zu bereichern. Wo die Produktionstechnik in Europa wirklich steht und welche Entwicklungen realistisch sind, soll das Projekt "Manufacturing Visions" (ManVis) im Auftrag der EU-Kommision klären. Es handelt sich um eine Delphi-Studie, in der Experten aus 22 Ländern Europas nach ihrer Sicht der "Zukunft der Produktion" befragt werden. Das Projekt startete 2004 und wird ebenfalls vom Fraunhofer-Institut ISI koordini
ert.

Publikationen

Zukunft der Produktion

Autor: Schirrmeister, E.; Warnke, P.; Dreher, C.

Verlag: Fraunhofer-Institut für Systemtechnik, Karlsruhe

Erscheinungsjahr: 2003

Beschreibung: Der Bericht umfasst folgende Teile: Zunächst wird der Verlauf des Projektes und die Aktivitäten aller partnern geschildert. Die Datenbank sowie die gemeinsame Webseite werden vorgestellt. Das deutsche Vorgehen wird dabei detailliert beschrieben. Entlang der themenfelder "Produkt und Markt" , "Arbeitsbedingungen und anforderungen", "Unternehmensorganisation und Kernkompetenzen" und "Technikeinsatz" weird aufgezeigt, welche Entwicklungen der Produktion in Europa wahrscheinlich sind. Ein weiteres kapitel setzt sich mit der Sicht der Unternehmen auf die zukünftige Entwicklung auseinander. Abschließend werden methodische und inhaltliche Schlußfolgerungen zur Zukunft der Produktion gezogen.

Ansprechpartner